Wenn Abschied persönlich wird
Bei der Auswahl einer Urne suchen Angehörige heute nach einem Stück mit Wiedererkennung, passend zum Leben des oder der Verstorbenen passt. Mit seinem neuen Unternehmen Urnia verbindet Jörg Rosenbaum sein langjähriges Branchen-Know-how aus Grafik, Gestaltung und Technik – und aus dem familieneigenen Bestattungshaus. Urnia-Urnen lassen sich vollständig personalisieren: vom dezenten Motiv bis hin zum persönlichen Bild. Produziert wird in Premiumqualität, gedruckt im vollen Farbspektrum und geliefert in kurzer Zeit.
Wie ist die Idee entstanden, personalisierte Urnen anzubieten?
Wir sind Grafiker und haben uns unter dem Namen Epitaph mit Grabkreuzbeschriftungen und Erinnerungsleinwänden einen Namen gemacht. Immer wieder kamen Bestatter mit der Frage auf uns zu: Könnt ihr nicht auch Urnen individuell gestalten? Anfangs war das eine Übergangslösung mit Folienschnitt. Mir war jedoch schnell klar: Das geht besser – sauberer, hochwertiger und dauerhaft.
Was war die größte technische Hürde?
Der Druck. Es gab schlicht keine Maschine, die unseren Qualitätsanspruch erfüllen konnte. Wir haben zwei Drucksysteme entwickeln lassen, getestet und wieder verworfen. Erst der dritte Ansatz entsprach unseren Anforderungen. Heute drucken wir entweder direkt auf die Urne oder applizieren das Motiv – je nach Gestaltungswunsch und Materialanforderung.
Was unterscheidet dieses Verfahren von herkömmlichen Drucktechniken?
Wir drucken im CMYK-Farbraum und unterdrucken zusätzlich mit Weiß. Das ist entscheidend: Eine rote Rose bleibt auch auf einer schwarzen Urne leuchtend rot. Farben behalten ihre Tiefe, Kontraste ihre Klarheit und das Motiv seine Wertigkeit.
Welche Motive werden aktuell besonders nachgefragt?
Überraschend stark sind derzeit LKW-Motive. Klassiker bleiben unser Rankenherz, Herbstbäume, Herzen und Kreuze, häufig kombiniert mit floralen Elementen. Auch Motorräder sind sehr gefragt. Zunehmend wünschen sich Angehörige zudem persönliche Fotos – etwa von der Familie.
Wie groß ist die eigene Motivlinie?
Aktuell bieten wir rund 70 Motive an. Zur Forum BEFA im Juni erweitern wir das Sortiment auf etwa 100 bis 150 Motive. Dabei bauen wir insbesondere die Bereiche Hobby, Religion und florale Gestaltung weiter aus. Gleichzeitig ermutigen wir Bestatter, auch eigene Motive oder Bildideen der Hinterbliebenen einzureichen.
Wie funktioniert die Individualisierung im Alltag?
Entweder über unseren Online-Konfigurator oder über die Individual-Anfrage auf unserer Website: Motiv hochladen, freistellen, positionieren. Bestatter können den Entwurf direkt herunterladen und den Angehörigen zeigen.
Bei der Individual-Anfrage wird der Kundenwunsch übermittelt und wir übernehmen die komplette Gestaltung. Anschließend erhält der Kunde einen Korrekturabzug. Liegt lediglich eine Idee ohne Bildmaterial vor, setzen wir diese grafisch frei um.
Mit personalisierten Urnen geben Bestatter Angehörigen etwas Einzigartiges mit auf den Weg – und positionieren sich gleichzeitig klar gegenüber dem Wettbewerb.
Wie hoch ist der Aufwand für Bestattungshäuser?
Unser Prinzip des maximalen Effekts bei minimalem Aufwand kennen unsere Kunden bereits von unseren anderen Produkten. Der Konfigurator spart Zeit, unser Team übernimmt die gestalterische Feinarbeit. Produktion und Bearbeitung erfolgen zügig in enger Abstimmung mit unseren Kunden. Der Versand erfolgt per Go! overnight.
Wie wichtig ist Nachhaltigkeit?
Da Material spielt eine große Rolle, schließlich müssen die Regularien der verschiedensten Ruhestätten berücksichtigt werden. Unsere Urnen bestehen aus einem biologisch abbaubaren Werkstoff, der unter Mitwirkung des Fraunhofer-Instituts entwickelt wurde. In diesem Jahr kommen erstmals zusätzlich unsere Urnen aus Arboblend zum Einsatz.
