Eine buntere Trauerkultur, achtsam und menschlich

Trauer braucht Räume und Menschen, die sie öffnen. Mit der Trauerwoche hat die Trauer Taskforce in den vergangenen Jahren gezeigt, wie Verlust, Erinnerung und Gemeinschaft sichtbar werden können. Was als Idee eines kleinen Teams begann, ist heute eine Bewegung im gesamten deutschsprachigen Raum. Lisa Dukowski, Coach für Krisen & Trauer, Resilienztrainerin sowie freie Rednerin, kommt ursprünglich aus dem Marketing. Seit 2022 ist sie Teil der Trauer Taskforce. Im Gespräch berichtet sie, wie aus einer Haltung konkrete Formate entstehen und lädt Bestatterinnen und Bestatter ein, Teil dieser Entwicklung zu werden.

Warum ist die Zusammenarbeit im Team der Trauer Taskforce so wichtig?
Weil unterschiedliche Perspektiven zusammenkommen. Uns einte von Anfang an das Gefühl, dass wir Trauer wieder in den öffentlichen Raum zurückholen wollen. Die Tage rund um Allerheiligen, Allerseelen oder den Día de los Muertos boten sich an. Der selbsterklärende Arbeitstitel „Trauerwoche“ blieb und schafft Raum für ganz unterschiedliche Angebote – auch für alternative Formen der Trauerbegleitung.

Eure Formate wirken auf den ersten Blick überraschend und dann einladend: Essen, Klang, Begegnung.
Trauer ist ein großes, viel umfassendes Wort und kann abschreckend wirken. Über Essen oder Musik kommen Menschen leichter ins Gespräch, beides wirkt verbindend. Unter dem Motto  „Eat.Cry.Repeat.“ wurde 2023 und 2024 gemeinsam gekocht und erinnert. Ein leerer Platz wurde eingedeckt, Lieblingsgerichte von Verstorbenen gekocht. Im vergangenen und in diesem Jahr steht Klang im Mittelpunkt: „The Sound of Grief – Trauer trifft Töne“. Musik, Stimmen, Stille haben Gemeinsamkeit und Begegnungsmomente geschaffen. Trauer braucht Körper und Resonanz. Digitale Formate bleiben relevant, insbesondere als niedrigschwelliger Einstieg und als ergänzende Angebote.

Welche Rolle können Bestatterinnen und Bestatter bei der Trauerwoche spielen?
Die Trauerwoche lebt davon, dass viele an unterschiedlichen Orten mitmachen. Es geht nicht um große Inszenierungen, sondern darum, Trauer sichtbar zu machen und ihr einen würdigen Platz im öffentlichen Leben zu geben. Bestatterinnen und Bestatter sind nah an den Menschen und haben die Gelegenheit, sie durch ungewöhnliche Formate anzusprechen, zusammenzubringen und in positiver Erinnerung zu bleiben.

Was wünschst du dir für die Zukunft?
Mehr Beteiligung, mehr Mut. Trauer gehört zum Leben. Wenn wir sie gemeinsam aus der Ecke holen, in der sie oft steckt, entsteht Begegnung – und genau das brauchen Trauernde.

 

TRAUERWOCHE 2026
26. Oktober bis 1. November

https://trauertaskforce.de
https://www.instagram.com/trauer_taskforce/
trauerwoche@trauertaskforce.de

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