Zum Jahresbeginn höhere Friedhofsgebühren

csm_gebuehren_337a9884b8Zum Jahresbeginn höhere Friedhofsgebühren. © Aeternitas e.V.

Viele Kommunen haben zum Jahresbeginn die Friedhofsgebühren erhöht. Mancherrorts gibt es Steigerungen um zweistellige Prozentsätze und mehr. Viele Bürger sind deshalb verärgert.

 

Die zum Teil drastischen Gebührenerhöhungen begründen viele Friedhöfe mit der rückläufigen Gesamtzahl an Bestattungen und der steigenden Zahl an Urnenbeisetzungen in kleineren Urnengräbern, Urnenwänden und anonymen Gräbern. Dadurch sinken die Gebühreneinnahmen und die Friedhofsflächen sind weniger ausgelastet. Diese ungenutzten, nicht mehr für Bestattungen benötigten Freiflächen – Überhangsflächen genannt – verursachen aber weiterhin Kosten für die Pflege. In Heidelberg erwarten die Friedhofsnutzer Erhöhungen der Nutzungsgebühren für Urnenreihengräber von 250 auf 500 Euro und für anonyme Urnengräber von 180 auf 480 Euro. In  Düsseldorf soll es eine durchschnittliche Gebührenerhöhung um fünf Prozent geben. Die Kosten für die Beisetzung einer Urne unter einem Baum ist um 180 Prozent angestiegen. Auf den kommunalen Friedhöfen in Augsburg sind zwar die Gebühren für die Nutzung der Gräber gleich geblieben, es wurden aber die Gebühren für die Beisetzungen erhöht, für eine Urnenbeisetzung gleich um 67 Prozent.

 

„Die Gebührengerechtigkeit bleibt auf der Strecke“, kritisiert Hermann Weber, Aeternitas-Vorsitzender. Viele Kommunen erhöhen besonders die Gebühren für Urnengräber und Urnenbeisetzungen. Weber vermutet, dass so im Gebührenhaushalt zugunsten der teuren Erdgräber umverteilt wird. Rechtlich haben sich die Kommunen bei dieser umstrittenen Vorgehensweise meist abgesichert. Fraglich ist jedoch, inwieweit dem Bürger zu vermitteln ist, dass die beliebten kleineren Urnengräber immer teurer werden, während die Gebühren der großen Erdgräber nur wenig steigen oder konstant bleiben. „Das Gebührenrecht sieht schließlich grundsätzlich vor, dass eine Gebühr für den Bürger dem Aufwand entspricht, der dahinter steht“, so Weber. Auch der Bund der Steuerzahler Hessen hat schon 2010 auf die Problematik der Kalkulation von Friedhofsgebühren hingewiesen und mehr Transparenz und Effizienz gefordert. Sämtliche Einsparmöglichkeiten sollten ausgeschöpft und das Flächenmanagement vorausschauend betrieben werden, so der Vorsitzende Ulrich Fried.