Von Handschmeichler bis Schmetterling – Gedenken eine Form geben

Knuffelkeitjes: Kuschelsteine sind befüllbare Handschmeichler, durch die Trauernde die Nähe eines geliebten Menschen spüren können.Knuffelkeitjes: Kuschelsteine sind befüllbare Handschmeichler, durch die Trauernde die Nähe eines geliebten Menschen spüren können.

Als Account Managerin beim niederländischen Unternehmen Funeral Products ist Nicole Almeida eine freiere Trauerkultur gewöhnt. Doch auch hierzulande entwickelt sich im Rahmen strengerer Gesetze ein Trend zu individuellen Erinnerungsstücken.

 

Wie unterscheidet sich die Erinnerungskultur in Deutschland von der in anderen europäischen Ländern?

Es gibt viele unterschiedliche Erinnerungskulturen, Bräuche und Glaubensrichtungen in Europa. In Nachbarländern wie den Niederlanden oder Belgien ermöglichen die Gesetze einen freieren Umgang mit der Totenasche – Trauer kann individueller gestaltet werden.

In Belgien etwa wird die Asche nach einer Feuerbestattung gleich den Angehörigen ausgehändigt und steht ihnen zur freien Verfügung. In den Niederlanden verbleibt die Asche noch vier Wochen im Krematorium, um Hinterbliebenen Zeit zu geben, sich zu entscheiden, wie sie die Trauerfeier und Beisetzung gestalten möchten. So können sie in Ruhe eine schöne Urne auswählen und überlegen, ob sie einen Teil der Asche in einem kleinen Andenken oder Schmuckstück aufbewahren möchte.

Auch, was mit der Asche geschehen soll, können Hinterbliebene selbst entscheiden: Eine Beisetzung, die Aufbewahrung zuhause, eine Ballon- oder Seebestattung oder die Verstreuung an einem Ort, mit dem man sich besonders verbunden fühlt – all dies kann auch in eine feierliche und persönliche Zeremonie eingebunden werden.

 

Wie können Erinnerungsstücke oder Schmuck bei der Trauerbewältigung helfen?

Jede Person bewältigt ihre Trauer auf ihre eigene Art und Weise. Dem einen genügt ein schöner Gedanke an einen unvergesslichen Moment, der andere braucht etwas „Handfestes“, wie ein Grab oder ein Andenken. Welches Erinnerungsstück sich für wen eignet, ist so individuell wie die Trauer selbst: ein Bild, etwas Persönliches, das man stets bei sich tragen kann, beispielsweise in Form eines Amuletts oder Fingerprints, eine Mini-Urne oder eine Skulptur mit Asche für zuhause.

 

Welche Rolle spielen das Material und die Form eines Erinnerungsstücks für die Hinterbliebenen?

Welche Form ein Erinnerungsstück haben oder aus welchem Material es sein soll, kann von verschiedenen Faktoren abhängen, etwa ob man es am Körper tragen oder lieber auf den Nachttisch bzw. ins Wohnzimmer stellen möchte.

Wenn eine (Gedenk-)Urne nicht an Form, Material und Farbe gebunden ist, ergibt sich eine sehr breite Palette: von biologisch bis extravagant oder ein Kunstobjekt, das das Gefühl für den Verstorbenen symbolisiert oder seinen bzw. ihren Charakter widerspiegelt. Schmuckstücke lassen sich durch einen Fingerprint in unterschiedlichen Formen individualisieren, zum Beispiel als Herz an einer Kette.

 

Trauernde haben sehr unterschiedliche Bedürfnisse, wenn es um persönliche Erinnerungen geht.

Das stimmt. Erst kürzlich haben wir einer Hundebesitzerin einen so genannten „Kuschelstein“ überreicht, die gerade ihren Mann verloren hatte. Gemeinsam waren die beiden täglich mit ihren Hunden Gassi gegangen. Den kleinen Handschmeichler trägt sie nun als Erinnerungsstück an Ihren Mann bei Spaziergängen immer in ihrer Tasche. So begleitet er sie weiterhin – ein sehr tröstlicher und heilsamer Gedanke für die Witwe.

Einige Zeit davor war ein junger Mann verstorben, der zu Lebzeiten Projekte in der ganzen Welt betreut und viele internationale Kontakte gepflegt hatte, die fast alle zur Trauerfeier kamen. Jeder von ihnen hat zur Erinnerung einen mit etwas Asche gefüllten Schmetterling bekommen. So kehrte ein Teil des jungen Mannes wieder in die Länder zurück, in denen er glückliche Tage verlebt hat. So individuell kann Trauer und Gedenken sein.

 

Mehr zum Thema unter www.funeralproducts.eu/de