Volle Kontrolle im Krematorium – Interview mit Karl-Heinz Könsgen

Karl-Heinz-KönsgenKarl-Heinz-Könsgen ist Geschäftsführer der Deutschen Friedhofsgesellschaft mbH

Krematorien unterliegen nicht nur strengen gesetzlichen Vorgaben, einige verpflichten sich selbst, hohe Qualitätsstandards einzuhalten, auch wenn sie nicht immer mit dem bloßen Auge erkennbar sind, wie Karl-Heinz Könsgen von der Deutsche Friedhofsgesellschaft mbH erklärt.

 

Welche Rolle spielt Qualität für Krematorien?

Die Qualität der Einäscherung und Beisetzung in unserem Hause ist für mich und für unsere Firmengruppe das wichtigste Merkmal. Bei der Einäscherung setzen wir zum Beispiel auf strenge interne Kontrolle, um eine Verwechslung sowohl des Verstorbenen wie auch der Asche zu vermeiden. Besonders wichtig ist uns der Respekt, nicht nur gegenüber dem Verstorbenen, sondern auch für die Asche, die dem Bestatter spätestens drei Tage nach der Freigabe in einer Aschenkapsel zur Verfügung steht. Auch schnellere Termine ohne Aufpreis, sofortige oder Termin-Einäscherungen realisieren wir bei Bedarf. Der Bestatter kann sich während des Gesprächs mit den Angehörigen über sein Smartphone oder Tablet einen Einäscherungstermin sichern. Hinterbliebene dürfen bei uns gerne der Einäscherung beiwohnen. Uns ist dabei sehr wichtig, dass sie aufmerksam und freundlich durch unser Personal begleitet werden.

 

Woran können Bestatter und Hinterbliebene Qualität bemessen?

Unter anderem an der Transparenz unserer Arbeit. Wir kontrollieren ständig alle Bereiche, in denen sich Särge befinden, mittels Kameras und Aufzeichnung. Gemäß RAL für Krematorien haben wir uns zur Unterschreitung der vorgeschriebenen Immissionswerte verpflichtet. Selbstverständlich entnehmen wir kein Zahngold oder Schmuck. Diese Dinge gehören in die Aschekapsel. Falls gewünscht, erhält der Bestatter eine Mail über die Freigabe nach der zweiten Leichenschau, den Vollzug der Einäscherung und den Termin des Versands. Falls die erforderlichen Papiere nicht komplett sind, fordern wir sie nochmals beim Bestatter an, um Pannen zu vermeiden.

 

Angehörige und Hinterbliebene können sich werktags bei unseren Hausführungen im Rhein-Taunus Krematorium sogar ohne Voranmeldung von unserer Qualität überzeugen.

 

Wie achten Sie auf Qualität von Särgen und Wäsche im Krematorium bzw. welche Kriterien setzen Sie an?

Wir haben keine Zeit bei den Särgen und der Wäsche auf die Gütezeichen zu achten. Da bei uns mit privater Kleidung, außer Leder, eingeäschert werden darf, muss die Filtertechnik in der Lage sein, alle Schadstoffe aus der Abluft zu filtern. Deshalb nehmen wir auch nicht sichere Särge, die beispielsweise aus Pappe bestehen, nicht an. Sie könnten die Filter beschädigen. Worauf wir zudem achten ist, dass die Sargbeigaben nicht gefährlich oder beeinträchtigend sind. Dinge wie Munition, Glasflaschen etc. werden entfernt.

 

Welche Rolle spielen Qualität und Materialien bei den Urnen?

Für uns ist nur die Qualität der Aschekapsel wichtig. Sowohl die Stabilität der Metall- als auch der Bio-Urne müssen stimmen. Andere Qualitätskriterien haben wir nicht.

 

Wie verhält es sich mit der Qualität auf dem Friedhof?

Die saubere und gepflegte Anlage bis hin zu gepflegten, sauberen und zeitgemäßen Toiletten sind augenfällige Qualitätskriterien auf unseren 15 Friedhöfen. Auch bei der Zusammenarbeit mit anderen Friedhofsträgern legen wir auf besondere Qualitätsmerkmale großen Wert. Hierzu zählen die regelmäßige Pflege der Gemeinschaftsgrabanlagen, begehbare, saubere und vorzeigbare Wege zum Grab, ein persönlicher und freundlicher Umgang mit Besuchern und Trauergästen sowie die Zusicherung, dass der Friedhof ein Ort des Erinnerns und des Gedenkens ist.

 

www.deutschefriedhofsgesellschaft.de