Urnen – natürlich im Trend

Designer Urne "Anfang"Designer-Urne "Anfang" von Pludra-Frankfurt aus der aktuellen Kollektion.

Die Nachfrage nach Urnen wächst weltweit. In deutschen Großstädten sind bereits mehr als die Hälfte der Beisetzungen Feuerbestattungen. Dieser Trend greift auch auf andere europäische Städte über. Die Folge: eine wachsende Anzahl an Materialien, Dekoren, Farben und Formen.

 

„Urnen werden immer individueller“, bestätigt Thomas Pludra, Hersteller und Händler für Urnen, Friedhofsbedarf und Bestattungstechnik aus Celle. „Die zweite Tendenz, die sich deutlich abzeichnet, sind biologisch abbaubare Produkte“, fasst er die zwei großen Trends zusammen. „Unabhängig von den Materialien muss eine Urne gefallen“, so Volker Völsing von der Willibald Völsing KG in Giesen. Gemäß der Entwicklung zu individuellen Trauerfeiern, die den Charakter und die Hobbys und Vorlieben des Verstorbenen in den Mittelpunkt rücken, soll auch die Urne Bezug auf das Leben des Verblichenen nehmen. Bei der Pludra-Frankfurt GmbH bemalt, kalligrafiert und besprüht das vierköpfige „Creativ-Team“ täglich mehrere Urnen mit Hobby-Motiven wie Motorrädern, Hunden, Pferden oder einem Porträt des Verstorbenen selbst mit einem Sinnspruch oder Zitat oder im Kreise seiner Familie. „Bei dieser letzten persönlichen Geste ist die Investitionsbereitschaft im Vergleich zu anderen Urnen auch höher“, erzählt Geschäftsführer Thomas Pludra. Während die individuell gestalteten Urnen von Pludra-Frankfurt aus Holz oder Metall sind, steht bei Volker Völsing Stahl nach wie vor ganz oben auf der Beliebtheitsskala. Auch er lässt seine Urnen im eigenen Hause designen. Bei der Motivwahl stellt auch Völsing fest: „Natursymbole haben viele christliche Motive verdrängt. Die Vorlieben gehen weg vom Transzendenten, hin zu weltlichen Dingen.“

 

Hinzu kommt die wachsende Nachfrage nach ökologischer Verträglichkeit. „Wenn Hinterbliebene besondere Anforderungen stellen, rückt die Frage nach der biologischen Abbaubarkeit immer mehr in den Fokus“, stellt Volker Völsing fest. „An sich legen die Menschen eher Wert auf Beständigkeit.“ Doch oftmals bestimmen die Friedhofsvorschriften das Material. Baue sich dies schnell ab, könne eine Grabfläche nach 15 bis 20 Jahren neu belegt werden. „Umweltverträglichkeit, ein geschlossener CO2-Kreislauf und der Einklang mit der Natur – das entspricht aber auch dem Zeitgeist“, so Volker Völsing, der in den vergangenen Jahren große Fortschritte in der Materialentwicklung erreicht hat. „Wir nutzen Polymilchsäure, einen einfachen Kunststoff, der auf natürlicher Basis hergestellt wird. Das Füllmaterial hingegen beruht auf Holzbasis.“ Auch die Firma Pludra arbeitet mit Naturstoffen, wie unter anderem mit Holz und Grasbestandteilen.

 

Die Vielfalt der Materialien öffnet der Gestaltungsfreiheit viele Spielräume, auch wenn die Maße in Deutschland durch die Aschekapsel und die Größe der Kolumbarien-Fächer auf 30 cm Höhe begrenzt sind. Thomas Pludra sitzt regelmäßig mit seinem Team zusammen und erarbeitet neue Formen- und Gestaltungsideen, die er unter anderem von seinen Reisen zu internationalen Messen mitbringt. „In letzter Zeit sind matte Oberflächen und Farben mehr gefragt als glänzende“, erklärt er. Seine kreativen Köpfe ermöglichen ihm, schnell auf Trends zu reagieren und bei Bedarf neue Kollektionen auf den Markt zu bringen, wie etwa auch zur Befa.

 

Auch Volker Völsing lässt seine Urnen im eigenen Hause designen. Andere Unternehmen wie Hopf Pietätsartikel aus Reilingen hingegen setzen unter anderem auf handgefertigten Porzellanurnen mit klassischen, zeitlosen Kunstmotiven, die in Kooperation mit der Goebel Porzellanmanufaktur entstehen. Auch auf Gesamtkonzepte und einheitlich gestaltete Sets legt das Unternehmen Wert und stellte zur Befa zwei Urnen mit Rosenband vor – passend zur Bestattungswäschekollektion.

 

Weitere Informationen:

www.pludra.de

www.voelsing.de

www.hopf-online.com