Tierisch edel (Interview mit Thomas Peters)

Seit 2006 stellt Thomas Peters Unternehmen, die Semper Fides aus dem Kohlenstoff der Kremationsasche, dem Fell oder der Federn von Pferden, Katzen, Hunden, Kaninchen oder Vögeln Diamanten her. Für ihre Herrchen oder Frauchen ist der edle Stein aus den Überresten ihres geliebten Zwei- oder Vierbeiners nicht bloß ein Schmuckstück…Seit 2006 stellt Thomas Peters Unternehmen, die Semper Fides aus dem Kohlenstoff der Kremationsasche, dem Fell oder der Federn von Pferden, Katzen, Hunden, Kaninchen oder Vögeln Diamanten her. Für ihre Herrchen oder Frauchen ist der edle Stein aus den Überresten ihres geliebten Zwei- oder Vierbeiners nicht bloß ein Schmuckstück…

Erinnerungsdiamanten sind eher aus dem Humanbereich bekannt. Wie sind Sie auf den Hund gekommen?

Meine Familie ist schon ein wenig tierverrückt. Wir betreiben seit 1997 unter anderem einen Tierfriedhof, haben eine Pferdepension und viele eigene Tiere. Die Anzahl der Haustiere in Deutschland wächst: alleine in den letzten fünf Jahren sind die Zahlen um rund 10 Mio. auf mehr als 34 Mio. Haustiere gestiegen. Diesen Trend bekommen auch die Tierbestattung und der ganze angrenzende Wirtschaftszweig zu spüren. Als ich von der Arbeit von Algordanza erfuhr, dachte ich gleich: ‚So etwas müsste es auch für Tiere geben‘ und stellte den Kontakt zu dem Unternehmen in der Schweiz her, dass inzwischen ein guter Partner ist. Da es Menschen gibt, die es ablehnen, wenn ein Tierdiamant auf derselben Maschine wächst, wie der eines Menschen, war es von Anfang an klar, dass dieser Bereich getrennt werden musste. So gründete ich die Semper Fides, was so viel bedeutet wie ‚für immer treu‘ mit Sitz im niedersächsischen Salzgitter und einer eigenen, getrennten Manufaktur in der Schweiz.

 

Woraus wird ein Tierdiamant hergestellt?

Aus dem Kohlenstoff der Kremationsasche oder des Haar- oder Federkleides. Reicht das vorhandene Material nicht, können wir zum Beispiel auch den Kohlenstoff aus dem Lieblingsspielzeug oder dem Halsband mit verarbeiten. Welche organische Quelle wir verwenden, spielt im Prinzip keine Rolle.

 

Wie gestalten sich die Farben?

Die unterschiedliche Farbgebung ist auf verschiedene Fertigungsverfahren zurückzuführen und wird beeinflusst durch die Einlagerung von Elementen in das Diamantkristallgitter. Der Diamant wächst grundsätzlich ausschließlich aus dem Kohlenstoff der Ausgangsmaterialien und ist in der Regel blau-weiß. Die für die Farbgebung relevanten Elemente stammen zum Teil nicht aus den Ausgangsmaterialien, sondern beispielsweise beim gelben Diamanten aus dem Stickstoff der Umgebungsluft. So können wir unterschiedliche Grundfarben wie z.B. Gelb, Rot und Blau-Weiß anbieten. Dank des speziell entwickelten und aufwendigen Vakuumverfahrens werden bei der Entstehung des blau- weißen Diamanten die Einlagerungen aus der Luft verhindert, hierdurch entsteht ein absolut reines Produkt. Die Blaufärbung ergibt sich aus dem Boranteil des Haares, der Federn oder der Asche. Grundsätzlich ist es wichtig zu sagen, dass zwar die Wahl der Grundfarbe möglich ist, die Intensität der Farbe sich jedoch aus dem Wachstumsprozess ergibt und nicht vorherbestimmt werden kann.

 

Was wird aus den Tierdiamanten – Schmuckstücke?

Ob Ring, Collier, Medaillon oder Armband: alles ist nach Absprache mit einem Juwelier möglich. Ein dreidimensionales Amulett wurde beispielsweise für einen blinden Kunden gefertigt. Er hatte die Kremationsasche seines Blindenhundes zu einem Diamanten verarbeiten lassen – für ihn das Zeichen des Dankes und der Erinnerung an seinen treuen Begleiter.

Doch nicht alle Diamanten werden in Schmuckstücke gefasst: Eine Kundin bestellte einmal einen Diamanten aus dem Fell und der Kremationsasche ihrer acht zum Teil noch lebenden und bereits verstorbenen Katzen und Hunde. Bei ihrer eigenen Bestattung wollte sie ihn mit ins Grab nehmen, um für immer mit ihren Tieren vereint zu sein. Dieser Gedanke beruhigte sie beim Gedanken an ihren eigenen Tod.

Auch eine Pferdebesitzerin hat eine ganz besondere Beziehung zum Diamanten aus der Mähne ihres Pferdes, den ihre Eltern ihr zur Konfirmation schenkten. Die Kette verdreht sich von Zeit zu Zeit, was die Kundin an den etwas bockigen Charakter ihres Pferdes erinnert und sie jedes Mal schmunzeln lässt. Der Diamant ist zu ihrem Talisman geworden, dem sie auch mal die eine oder andere Sorge anvertraut.

Jeder Tierbesitzer hat eine andere Beziehung zu seinem Tier – entsprechend unterschiedlich ist auch die Bedeutung des Diamanten als Tröster, Zeichen der Dankbarkeit, Glücksbringer, Erinnerungsstück oder ganz einfach als dauerhafter Begleiter.

 

Zur Webseite: semperfides.eu