Sozial­bestattungen: bundeseinheitliche Standards gefordert

Die Anzahl der Anträge auf Übernahme der Bestattungskosten durch die Sozialämter nimmt zu. Da in jedem Bundesland unterschiedliche Maßstäbe angesetzt werden, welche Leistungen für eine Bestattung erforderlich sind, schwankt die Höhe der übernommenen Kosten erheblich.

 

In Großstädten wie Berlin oder Lübeck liegt der Anteil der Sozialbestattungen bei beinahe 10 Prozent. Das Sozialgesetzbuch regelt bundesweit, dass die erforderlichen Kosten – liegen entsprechende Voraussetzungen vor – von den Sozialhilfeträgern übernommen werden müssen. In welcher Höhe die Kostenübernahme jedoch erfolgt, ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. In Extremfällen werden nur die Kosten für die billigste Bestattungsform in einem anonymen Grab ersetzt. Besonders strittig sind häufig Leistungen wie Grabschmuck, Trauerredner, Danksagungskarten oder Grabsteine.

 

Streitfall Kostenübernahme

Zahlreiche Einzelentscheidungen über den Umfang der Leistungen beschäftigten schon die Gerichte. So urteilte das Landessozialgericht Hessen, dass im Kreis Limburg-Weilburg 850 Euro für eine einfache ortübliche Bestattung angemessen sind. In Heilbronn dagegen werden Kosten in Höhe von bis zu 3.000 Euro für eine Feuer- und 3.500 Euro für eine Erdbestattung vom Sozialamt übernommen.

 

Vereinheitlichung gefordert

In einigen Bundesländern gibt es Bestrebungen, die Sozialbestattung zu vereinheitlichen. Vorbild ist dabei das Saarland, in dem es seit Januar 2005 eine detaillierte Vereinbarung zwischen den Trägern der Sozialleistung und den Bestattern über den Umfang der Sozialbestattung gibt. Mit der Aktion „Sozialbestattung 2008“ fordert jetzt auch die Verbraucherinitiative Bestattungskultur Aeternitas bundeseinheitliche Standards für eine einfache ortsübliche Bestattung. „Die Standards sollen in einer verbindlichen freiwilligen Vereinbarung definiert werden“, so der Aeternitas-Vorsitzende Hermann Weber. Unterstützt wird dieser Vorschlag unter anderem von den Kirchen, die häufig zumindest für ihre Mitglieder würdevolle Bestattungen ermöglichen.