Onlinetherapie gegen die Trauer

csm_Fotolia_internettrauer_497ea03e9dOnlinetherapie gegen die Trauer. ©fotolia

Seit über einem Jahr bietet das Universitätsklinikum Münster eine Internettherapie für Eltern an, die ein Kind während oder unmittelbar nach der Schwangerschaft verloren haben. Erste Untersuchungsergebnisse bescheinigen die Wirksamkeit der Onlinetherapie. Grund genug für das Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend, das Projekt bis 2011 weiter zu fördern.

 

Vor rund 18 Monaten startete die bundesweit einmalige Therapie per Internet, die sich sowohl an Frauen als auch an Männer richtet. Untersuchungen direkt nach Abschluss der Behandlung belegten, dass sich der Zustand der Patienten unter anderem in Bezug auf Trauer, allgemeine psychische Belastungen und Ängstlichkeit verbessert hatte. Eine weitere Befragung drei Monate nach der Therapie bestätigte das positive Ergebnis erneut.

 

Warum Online-Therapie?

Die Tatsache, dass die Therapie online durchgeführt wird, gewährleistet den Betroffenen Anonymität. Dadurch sinkt die häufig gesellschaftlich bedingte Hemmschwelle, eine Psychotherapie zu beginnen. Trotz virtueller Kommunikation soll sich zwischen Patienten und Therapeuten eine intensive Beziehung aufbauen. Möglich ist die Therapie jedoch nur, wenn die betroffenen Personen nicht zusätzlich unter einer Depression leiden und nicht suizidgefährdet sind. In solchen Fällen verweist das Beratungsteam – bestehend aus einer Psychotherapeutin und zwei Diplom-Psychologinnen – an andere Behandlungsstellen.

 

Ablauf

Die Onlinetherapie gliedert sich in zehn Schreibaufgaben, die sich über einen Zeitraum von fünf Wochen erstrecken. Dabei unterteilt sich die Behandlung in drei Abschnitte. Zu Beginn setzen sich die betroffenen Eltern intensiv mit dem erlittenen Verlust auseinander. Im Anschluss geht es darum, eine neue Perspektive auf den erlittenen Verlust zu gewinnen. Die letzte Phase hat zum Ziel, das soziale Umfeld der Eltern zu reaktivieren und in die Situation der Eltern zu involvieren.

 

Beratung

Durch die Förderung des Bundesministeriums können Eltern, die ein Kind verloren haben, das Online-Therapieangebot kostenlos in Anspruch nehmen. Seit Ende Juli 2009 bietet das Beratungsteam zudem einmal pro Woche eine offene Sprachstunde an, in der Betroffene in Einzelchats Fragen an das Beratungsteam richten können.

 

Weitere Informationen und Anmeldung:

www.internettherapie-trauernde-eltern.de