Lebe deine Trauer!

csm_titel_80a0e8e285Lebe deine Trauer! © lassedesignen/fotolia.com

Jeder kennt das Gefühl der Trauer, aber jeder Mensch verarbeitet diese ganz individuell. Viele können mithilfe der Familie und Freunden über den Tod eines geliebten Menschen hinweg kommen, andere brauchen in der schweren Lebensphase die professionelle Hilfe eines Trauerbegleiters. Die Arbeit des Trauerbegleiters ist vielfältig und manchmal auch sehr belastend. Dennoch lassen sich immer mehr Menschen zum Trauerbegleiter ausbilden. Auch im Berufsbild des Bestatters nimmt die Trauerarbeit immer mehr Raum ein.

 

Vor meinem eigenen Tod ist mir nicht bang.
Nur vor dem Tod derer, die mir nahe sind.
Wie soll ich leben, wenn sie nicht mehr da sind?
Den eigenen Tod, den stirbt man nur.
Doch mit dem Tod der Anderen muss man leben.
Mascha Keléko (1907-1975)

 

Was ist Trauer? Im Brockhaus Psychologie wird unter Trauer die seelische Reaktion auf einen Verlust oder eine Einschränkung verstanden. Körperliche Symptome können gekennzeichnet sein durch Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit, Genussunfähigkeit und manchmal auch Todessehnsucht. Obwohl die Trauer selbst als bedrückend empfunden wird, gilt sie als ein Affekt, der die Verarbeitung belastender Erlebnisse ermöglicht. Auch wenn die Trennung von einem Gegenstand, wie zum Beispiel der Verkauf des geliebten Hauses, eine Art Trauer auslösen kann, wird in diesem Artikel Trauer vor allem als emotionale Reaktion auf den Tod eines geliebten Menschen betrachtet.

 

Trauerkultur im Wandel

In den vergangenen Jahren hat sich die Trauerkultur stark gewandelt. Vor den Weltkriegen gehörten Tod und Trauer zum Leben dazu. Der Verstorbene wurde zu Hause aufgebahrt und die Familie konnte sich in aller Ruhe verabschieden. Die Menschen zeigten durch Rituale offen ihre Trauer, so trug die Witwe ein ganzes Jahr lang schwarz und sprach unbefangen über ihren Verlust. Nach dem zweiten Weltkrieg veränderte sich die Trauerkultur. Die Menschen sprachen nicht mehr offen über ihren Verlust und versteckten ihre Trauer. Der Trauerprozess verlief leise und still. Die Verdrängung der Trauer nahm im Laufe der Industrialisierung zu. Insbesondere in einer leistungsorientierten Gesellschaft muss der Mensch funktionieren. Er darf keine Schwächen und Fehler zeigen. Dazu gehört auch, dass er seine Trauer nicht offen zeigt. In den ersten Wochen nach einem schweren Schicksalsschlag wird für den Trauernden noch Verständnis aufgebracht. Doch dann folgen erste Kommentare wie zum Beispiel „So langsam solltest du darüber hinweg sein“ oder „Es ist an der Zeit loszulassen und nach vorne zu blicken“.

 

Für Fritz Roth, Gründer der Privaten Trauerakademie Fritz Roth, ist diese Reaktion der Menschen grundverkehrt. Es sei essentiell, dass der Mensch sich aktiv vom Verstorbenen verabschiedet, um den Trauerprozess verarbeiten zu können. „Ich würde mir wünschen, dass die Menschen sich vielmehr an den Beerdigungsvorbereitungen beteiligen und nicht, wie heutzutage üblich, alles den Bestatter regeln lassen.“ Trauerbegleiter wären überflüssig, wenn die Hinterbliebenen aktiv ihre Trauer ausleben könnten. „Würde sich die Einstellung der Gesellschaft ändern und die Trauer und der Tod nicht verdrängt werden, könnten die Hinterbliebenen völlig offen mit ihrer Trauer umgehen und diese verarbeiten. Familie, Freunde und Nachbarn würden sie während ihres Trauerprozesses unterstützen.“ Dennoch begegnet die heutige Gesellschaft dem Thema Trauer ein Stück weit offener als die Nachkriegsgeneration. Die Menschen des 21. Jahrhunderts haben sich neue Trauerrituale geschaffen. Insbesondere das Internet bietet viele Möglichkeiten, sich mit dem Thema Trauer und mit dem Verlust eines geliebten Menschen auseinander zu setzten. Die Menschen gehen wieder ungehemmter mit ihrer Trauer um.

 

Ausbildung zum Trauerbegleiter

Im Zuge der veränderten Trauerkultur stieg die Nachfrage nach gut ausgebildeten Trauerbegleitern. Bis jetzt gibt es jedoch noch keine staatlich anerkannte Ausbildung. Das Angebot ist breit gefächert und reicht von Wochenendseminaren über zweijährige Kurse bis hin zu Onlineseminaren. „Aus diesem Grunde ist es wichtig sich gut über die Ausbildungsstelle zu informieren“, rät Chris Paul, Leiterin des Trauerinstitutes Deutschland. „Interessierte sollten sich genau ansehen wie die Seminare aufgebaut sind und welche Inhalte angeboten werden.“ Denn wie in jeder anderen Branche gibt es auch unter den Trauerbegleitern schwarze Schafe, die lediglich auf das schnelle Geld aus sind. Um gute Qualität zu sichern haben sich 2007 verschiedene Institutionen und Lehrende zusammengeschlossen und den Bundesverband Trauerbegleiter gegründet. Dieser hat bestimmte Mindestanforderungen für eine kleine und eine große Trauerbegleiter-Ausbildung festgelegt. „Wir möchten die Trauerarbeit in Deutschland fördern und das auf einem qualitativ sehr hohen Niveau“, erklärt Dirk Matzik, Vorstandsmitglied des BV-Trauerbegleitung. „Insbesondere bei diesem sehr emotionalen Beruf ist es besonders wichtig, die Menschen professionell zu sensibilisieren und fachgerecht zu schulen. Denn nur so können sie im Anschluss trauernde Menschen angemessen begleiten.“

 

Modelle der Trauerforschung

Seit Anfang des 20. Jahrhunderts haben sich verschiedene Ansätze zum Umgang mit der Trauer entwickelt. Sigmund Freud war einer der ersten, der sich mit dem Thema Trauer und Melancholie aus psychologischer Sicht beschäftigt hat. Sein 1915 entworfenes psychoanalytisches Modell der Trauerreaktion beeinflusste die anfängliche Theoriebildung stark. Insbesondere sein Begriff der „Trauerarbeit“ zeigte eine neue Sicht der Trauer. Er definierte die Trauer nicht als Reaktion auf einen Verlust, deren Abklingen einfach nur abgewartet werden muss, sondern als einen aktiv zu gestaltenden Prozess, der die Lösung verschiedener Aufgaben umfasst. Das Modell Freuds wurde häufig für viele nachfolgende Trauertheorien als Fundament genutzt.

 

So konzipierte Verena Kast 1982 mithilfe des Sterbemodells von Elisabeth Kübler-Ross und Elementen der analytischen Psychologie ein Vier-Phasen-Modell zur Trauerarbeit. In der ersten Phase wird der Verlust verleugnet, in der zweiten Phase werden durcheinander Trauer, Wut, Freude, Zorn, Angstgefühle und Ruhelosigkeit erlebt. In der dritten Phase wird der Verstorbene zum inneren Begleiter und ungelöste Probleme werden aufgearbeitet. Die vierte Phase ist der Verlust akzeptiert und ein neuer Lebensabschnitt beginnt. James William Worden entwickelte im selben Jahr ein weiteres Modell zur Verarbeitung von Trauer. Für ihn gibt es nicht verschiedene Trauerphasen die der Trauende durchläuft, sondern Aufgaben, die er im Trauerprozess erfüllen muss. Als erste Traueraufgabe muss er den Verlust als Realität akzeptieren. Danach muss er den Trauerschmerz erfahren und bewusst durchleben. Auf keinen Fall darf er die Trauer verdrängen. In der dritten Traueraufgabe muss er sich an eine Umwelt ohne den Verstorbenen anpassen. Die letzte Traueraufgabe besteht darin dem Verstorbenen einen neuen Platz zuzuweisen. Das neue Leben findet ohne den Verstorbenen statt, aber ohne ihn vollkommen zu vergessen.

 

Jeder Mensch trauert individuell

Die verschiedenen Modelle stellen lediglich grobe Eckpunkte in der Trauerarbeit dar. Denn jeder Mensch trauert individuell. Während der eine sehr lange in der zweiten Phase bleibt, überspringt der andere diese fast vollständig und gelangt sehr schnell in die dritte Phase. Der Trauerbegleiter muss sich immer wieder von Neuem auf den Trauernden einstellen. „Trauer hat so unterschiedliche und vielfältige Ausdruckweisen, dass Offenheit, Toleranz und das Vertrauen in die individuellen Verarbeitungskräfte der Menschen wichtig sind.“ beschreibt Barbara Kieferle-Stotz ihre Arbeit als Trauerbegleiterin. „Man muss Respekt davor haben, wie die Menschen mit ihrem Schmerz umgehen“, ergänzt Sabine Coners, Bestatterin, Trainerin und Inhaberin bei Coners & Partner. „Eine wohlwollende Wertschätzung auf Augenhöhe ist bei der Arbeit eines Trauerbegleiters immens wichtig.“ Deshalb gibt es in der Ausbildung des Trauerinstitutes Deutschland regelmäßige Gesprächsübungen, in denen die Teilnehmenden entweder im Rollenspiel oder anhand von eigenen Erlebnissen üben, wie Sie mit konkreten Situationen im Gespräch umgehen können.

 

Basis für eine gute Trauerarbeit ist die Selbstreflexion

Bevor der Trauerbegleiter andere Menschen im Trauerprozess unterstützen kann, muss er zunächst einmal lernen, sich seiner eigenen Trauer und seinen Trauererlebnissen zu stellen. „Es ist unheimlich wichtig am Anfang seine eigene Trauer zu verarbeiten. Auch bei der späteren Arbeit ist die Selbstreflexion unerlässlich“, beschreibt Sabine Coners, den ersten wichtigen Schritt in der Ausbildung zum Trauerbegleiter. Chris Paul sieht die Selbstreflexion und innere Stärke als eine Art Fundament der Trauerarbeit. „Man kann nur anderen Menschen helfen, wenn man selbst innerlich gestärkt ist“, so die Sozialpsychologin. In den Seminaren lernen die Teilnehmer durch verschiedene Methoden die richtigen Fragen zu stellen. Im Weiteren muss den Trauernden aktiv zugehört werden und ihnen durch eine bestimmte Gesprächsführung Mut gemacht werden über ihre Gefühle und das Erlebte zu sprechen. Andererseits ist es auch wichtig nicht den Moment zu verpassen, wo es besser ist zu schweigen. „Auf manche Fragen hat man einfach keine Antwort und das darf man dann auch dem Trauernden sagen“, erzählt Barbara Kieferle-Stotz, die seit 12 Jahren im Bereich der Trauerbegleitung tätig ist. „Gerade in der Trauer reagieren Betroffene sehr sensibel auf jede Einflussnahme von Außenstehenden, im Positiven wie im Negativen.“ Fritz Roth vergleicht seine Arbeit mit einer Krücke. „Der Verlust eines Menschen ist wie eine Amputation. Man kommt aus dem Schritt und braucht eine Gehhilfe. Die Krücke drängt nicht in eine bestimmte Richtung, sondern wird lediglich zu einem Gehilfen.“

© Sabine Coners

 

Die eigenen Grenzen erkennen

„Ein weiterer ganz wichtiger Faktor bei der Arbeit mit Trauernden ist es zu wissen und zu erkennen, wo die eigenen Grenzen liegen“, bemerkt die Trainerin aus Nordenham. Der Trauerbegleiter muss erkennen, wann die Trauer so schwerwiegend ist, dass nur noch psychologische Hilfe, unterstützt mit Medikamenten, helfen kann. „Manchmal ist es auch die Aufgabe eines Trauerbegleiters, die Wartezeit auf einen Therapieplatz zu überbrücken.“ erzählt Barbara Kieferle-Stotz. „Eine gute Kooperation u.a. mit Therapeuten, Ärzten und Kliniken ist bei dieser Arbeit wichtig.“ Ein Trauerbegleiter muss sehr feinfühlig sein und schon in den ersten Gesprächsminuten erkennen, welcher Typ Mensch ihm gegenüber sitzt. Er muss entscheiden, welche Wege für den Trauernden am besten sein könnten. Welcher Weg letztendlich genommen wird entscheidet der Trauernde.

 

Hilfe zur Selbsthilfe geben

„Das Vier-Augen-Gespräch ist sehr wichtig, denn Gestik und Mimik des Trauernden verraten dem Trauerbegleiter eine Menge über seine Gefühle“, erklärt Sabine Coners. Sie bietet in diesem Jahr zum ersten Mal, mit Thomas Weil und Martina Erfurt-Weil, eine Ausbildung zum Trauerbegleiter nach den Leitlinien des ROMPC (Relationship-oriented Meridian-based Psychotherapy, Counselling and Coaching) an. ROMPC ist ein neuropsychologisches bzw. neuropsychotherapeutisches Verfahren, das hilft, Stress zu reduzieren und posttraumatische Belastungsstörungen zu überwinden. Innere Blockaden sollen gelöst und die Lebensfreude wiedergewonnen werden. Diese Weiterbildung wird vom Förderprogramm „Individuelle Weiterbildung in Niedersachsen (IWiN)“ unterstützt und übernimmt 70% der Kosten und den Verdienstausfall. „Als Trauerbegleiter muss man vor allem Hilfe zur Selbsthilfe geben können“, reflektiert die Seminarleiterin. „Wir müssen den Trauernden so unterstützen und vorbereiten, dass er die Situationen in denen wir nicht da sind, alleine bewältigen kann.“ Für den Trauernden werden die Nächte nach dem Tod eines geliebten Menschen oft unerträglich lang. Er liegt wach, kann nicht schlafen und steigert sich in seine Trauer hinein. „In diesen Momenten ist es besonders wichtig, dass der Trauernde sich an die Worte und Hilfestellungen aus der gemeinsamen Sitzung erinnert“, schildert Sabine Coners. „Es ist sehr hilfreich, mit einem trauernden Menschen individuell unterstützende Dinge zu erarbeiten, die dann auch im eigenen Umfeld umgesetzt werden können, z.B. Tagebuchschreiben.“ sagt Barbara Kieferle-Stotz. „Ebenso ist die soziale Vernetzung mit ähnlich Betroffenen eine Möglichkeit, die viele gute Resultate zeigt und vor Isolation schützen kann“, damit spricht Barbara Kieferle-Stotz eine wichtige Komponente der Trauerbegleitung an. Denn die meiste Zeit ist der Trauernde mit seinem Schmerz alleine. In dieser Zeit muss er lernen, selbst mit seiner Trauer umzugehen, damit er nicht vollkommen daran zerbricht.

 

Interesse der Bestatter an der Zusatzausbildung zum Trauerbegleiter steigt

„Ich freue mich, dass immer mehr Bestatter an unseren Fortbildungsseminaren teilnehmen“, resümiert Chris Paul. Der Beruf des Bestatters hat sich gewandelt, ist vielfältiger geworden. Die Betreuung der Angehörigen nimmt in seiner Arbeit immer mehr Raum ein. Vielen Bestattern ist es wichtig, nicht nur die Beerdigung des Verstorbenen zu organisieren, sondern auch den Hinterbliebenen zu helfen. „Der Mittelpunkt meiner Arbeit ist nicht der Verstorbene, sondern der Mensch, der damit leben muss, dass fortan ein geliebter Mensch in seinem Leben fehlen wird“, betont Fritz Roth. „Uns ist es wichtig, den Menschen, die mit ihrer Trauer nicht fertig werden, an die richtigen Adressen weitervermitteln zu können,“ erklärt Werner Kahrhof, Besitzer von Kahrhof Bestattungen. Deshalb hat sich der Bestatter ein breites Netzwerk aufgebaut und weiß genau, an wen er seine Kunden weiterempfiehlt. Auch für die junge Bestatterin Katrin Hahlweg ist es wichtig, den Hinterbliebenen nicht mit seinem Schmerz alleine zu lassen. Die Karlsruherin unterstützt in ihrer Freizeit Barbara Kieferle-Stotz bei der Leitung der Trauergruppe für Jugendliche und junge Erwachsene und hilft den jungen Menschen dadurch, im alltäglichen Leben mit dem Verlust eines geliebten Menschen fertig zu werden.

 

Hilfe für den Bestatter und seine Mitarbeiter

„Bestatter nehmen unser Seminarangebot sehr gerne an, weil nicht nur sie selbst, sondern auch ihre Mitarbeiter davon profitieren können“, sagt Sabine Coners. „Denn der Beruf des Bestatters ist seelisch sehr belastend.“ Jeden Tag wird der Bestatter mit dem Elend anderer Menschen konfrontiert. Er erlebt die Angehörigen meist nur in ihrer schlimmsten Phase kurz nach dem Verlust eines geliebten Menschen. Hinzu kommen schreckliche Erfahrungen mit Unfall- oder Suizidopfern. Der Bestatter und seine Mitarbeiter müssen lernen, mit der Trauer der Kunden umzugehen und die schlimmen Erlebnisse selbst zu verarbeiten. „Nicht umsonst ist die Gefahr an einem Burn-Out zu erkranken vor allem bei Bestattern sehr hoch“, berichtet Chris Paul. In der Ausbildung zum Trauerbegleiter lernen die Bestatter zum einen, wie sie ihren Kunden helfen, aber auch wie sie selbst und ihre Mitarbeiter den oft sehr belastendenden Alltag aufarbeiten können.

 

Angebote auch für Nicht-Betroffene

Die Auswahl spezieller Angebote von Bestattern und Trauerbegleitern für Trauernde ist mittlerweile sehr vielfältig geworden. Neben normalen Einzel- und Gruppensitzungen werden gemeinsame Kochabende oder Trauerreisen angeboten. Fritz Roth bietet auch Seminare für Nicht-Betroffene an. „Es ist sinnvoll sich schon vor Eintreten eines schlimmen Verlustes mit dem Tod und der Trauer zu beschäftigen“, erläutert der Trauerbegleiter aus Bergisch Gladbach. So gelingt die Auseinandersetzung mit den im Trauerfall unausweichlichen Tatsachen besser, wenn nicht der Schmerz und Druck des konkreten Falles dominieren. Zusätzlich bietet Fritz Roth auch Seminare für Unternehmen an. Die Trauer eines Hinterbliebenen kann sich negativ auf seine Arbeit auswirken. Der Betroffene kann sich nicht mehr richtig konzentrieren und vernachlässigt seine Arbeit. Dieser Zustand kann Monate oder auch Jahre dauern. Wird dem Trauernden aber professionell geholfen, kann er sich viel schneller auf seine Arbeit konzentrieren. „Aus betriebswirtschaftlicher Sicht kann ein Unternehmen also nur gewinnen, wenn es sich mit dem Thema der Trauerarbeit beschäftigt“, so der 61jährige.

 

Lebensgarten hilft, die Trauer zu verarbeiten

Barbara Kieferle-Stotz hat auf dem Karlsruher Hauptfriedhof einen Lebensgarten entworfen. Der symbolische Trauerweg hat 14 Stationen und fängt mit der Zeit vor dem Tod an. Es folgt der Schock des Todes in die Zeit der inneren und äußeren Auseinandersetzung mit Gefühlen und Gedanken, um sich dann wieder mit der Gestaltung des eigenen weiteren Lebenswegs zu befassen. Trauernde finden auf dem Weg durch den Lebensgarten Texte, die zur inneren Auseinandersetzung anregen, Materialien, die das Erleben nachempfinden helfen. Eine stilvolle Bepflanzung bildet den Rahmen des Gartens. Sitzbänke laden zum Gespräch sowie zur Diskussion nach Gruppenführungen ein. Sowohl Trauernde, als auch Nichtbetroffene können sich im Lebensgarten intensiv mit den Themen Sterben, Tod und Trauer auseinander setzen.

 

Vielfältige Auswahl von Onlineangeboten für Trauernde

Auch im Internet gibt es mittlerweile viele Angebote für Trauernde. In Chats oder Foren können sich die Trauernden über ihre Gefühle austauschen. „Das Internet bietet vielen Menschen, die sonst aus Zeitgründen keine Möglichkeit haben sich mit jemandem auszutauschen, z.B. alleinerziehende Witwen und Witwer, eine gute Möglichkeit ihre Gefühle zu kommunizieren. Auch für trauernde Menschen, die Nachts nicht schlafen können und ihre Freunde nicht zum wiederholten Mal aus dem Bett klingeln wollen, sind Foren eine gute Möglichkeit zur Entlastung“, weiß Chris Paul aus ihrer langjährigen Arbeit als Trauerbegleiterin zu berichten. Einige Menschen können im anonymen Internet auch offener über ihre Gefühle sprechen. In Chats oder Foren können sie das ausdrücken, was ihnen oftmals vor Freunden oder Bekannten unangenehm wäre. Ob im Internet, in einer Trauergruppe oder in Gesprächen mit dem besten Freund – die Trauer sollte immer ausgelebt und nicht unterdrückt werden. Nur so schafft man es, den Trauerprozess erfolgreich abzuschließen und einen neuen Lebensweg – ohne den Verstorbenen – zu betreten.

Allgemeine Informationen:

Bundesverband Trauerbegleitung

www.bv-trauerbegleitung.de

 

Trauerakademie Fritz Roth

www.puetz-roth.de

www.reiseinsleben.de

 

Begleitung und Begegnung von Menschen in Trauer

Barbara Kieferle-Stotz / Hauptfriedhof Karlsruhe

www.friedhof-karlsruhe.de/aktuelles/begleitung.php

 

Trauerforen und Chats