Grabgestaltung unterliegt neuen Trends

csm_450062_R_K_by_Wolfgang-Colditz_pixelio.de_b3a4505524Grabgestaltung unterliegt neuen Trends. © Wolfgang Colditz/pixelio.de

Wo früher Krokusse, Vergissmeinnicht und klassische Grabsteine dominierten, findet man heute immer öfter kleine Kunstwerke auf den Gräbern der Verstorbenen. Raffiniert angelegte Bepflanzungen oder emporragende Steelen laden häufig schon von weitem zum Betrachten ein.

 

Große Wurzeln als Dekorationsstücke, ausgefallene Bepflanzungen und Steine beleben das Bild der Ruhestätten. Und ist es nicht etwas Schönes, wenn Friedhofsbesucher vor einem fremden Grab innehalten, um es zu betrachten?

 

Individuelle Gräber als Wertschätzung der Verstorbenen

Ein liebevoll gestaltetes Grab kann dem Betrachter etwas erzählen. Möglicherweise sagt es etwas über das Leben und die Interessen des Verstorbenen aus. Ein kleiner Teich auf der Ruhestätte eines Anglers, oder eine Steele mit einem Kletterer, der sich daran hochzieht sind die moderne Variante der individuellen Grabgestaltung. Japanische Minigärten für die Liebhaber der asiatischen Kultur sind ebenfalls ein Trend. Sogar fernöstliche Richtungen wie Feng Shui gehören inzwischen zur angewandten Friedhofskultur.

 

Jede Menge Anregungen

Doch wie gestaltet man ein Grab individuell, wenn man nicht mit dem sprichwörtlichen grünen Daumen geboren wurde? Welche Pflanzen eignen sich dafür, und wo pflanzt man sie am besten an? Anregungen und phantasievolle Vorschläge bieten Fachmessen wie die DEVOTA. Aber auch kleinere Ausstellungen auf Friedhöfen werden aufgrund kurzer Anfahrten und persönlicher Beratung von Hinterbliebenen gern besucht. Beispielhaft vorbereitet werden diese Klein-Messen in Zusammenarbeit mit den ortsansässigen Friedhofsgärtnern,  Bestattern und Steinmetzen. Dort kann der Kunde sich umfassend von allen Spezialisten informieren und beraten lassen. Die  Bundes- und Landesgartenschauen, die schon bald wieder ihre Pforten öffnen, bieten ebenfalls häufig Flächen mit ausgefallenen und klassischen Mustergräbern, die als Vorlage oder Anregung dienen können. Dort erfährt man die neuesten Trends und gestalterischen Möglichkeiten.

 

Persönliche Beratung ist Trumpf

Egal, ob Urnen-, Einzel- oder Reihengrab – bezüglich der Gestaltung gilt es, frühzeitig die richtige Entscheidung zu treffen. Dabei ist natürlich zu beachten, wie viel Zeit dem Hinterbliebenen nach der Beerdigung zur Grabpflege bleibt und welchen Aufwand er betreiben kann und möchte. Nicht zuletzt muss entschieden werden, was die Grabgestaltung und -pflege kosten darf. Hinterbliebene, die diesen Fragen trotz aller Anregungen eher ratlos gegenüber stehen, sind beim Friedhofsgärtner ihres Vertrauens gut aufgehoben. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Gärtner und Steinmetz empfiehlt sich ebenfalls. Sie können abstimmen, wie Größe und Form der Steine und Beete am besten harmonieren. Auch die Auswahl der Farben spielt eine große Rolle. Bepflanzung und Grabstein sollten farblich harmonisch aufeinander abgestimmt sein.

 

Grabpflanzen mit Symbolkraft

Der Friedhofsgärtner kennt die Bedeutung und Symbolkraft der Blumen. So stehen Krokusse für Vergänglichkeit und Wiedergeburt, Vergissmeinnicht symbolisieren das immerwährende Band zweier sich liebender Menschen. Das weiße Gänseblümchen steht für Reinheit und Liebe, ganz besonders für die Mutterliebe. Beim Friedhofsgärtner findet man nicht nur Unterstützung bei der Auswahl der Pflanzen, sondern auch versierten Rat, was die Einhaltung der Richtlinien für die Grabgestaltung angeht.

 

Fazit: Die Klassiker auf den Friedhöfen sind längst nicht out. Aber der Trend geht ohne Zweifel zur Individualisierung der letzten Ruhestätte eines geliebten Menschen.