Garten des Trostes

csm_GdT-Frau_Janssen_002_c642258c10Garten des Trostes. © Gärtnerei Simon erleben

Auf immer mehr Friedhöfen existieren Alternativen zu anonymen Grabstätten. So auch auf dem Westfriedhof in Gelsenkirchen: Hier bietet der Garten des Trostes Hinterbliebenen einen Ort zum Trauern – und kalkulierbare Kosten für Grabkauf und -pflege.

 

Ins Leben gerufen wurde das Grabfeld Garten des Trostes von der Gärtnerei Simon Natur erleben. Geschäftsführer Maurus Becker: „Im Laufe der Jahre habe ich unzählige Gespräche mit Hinterbliebenen geführt. Dabei kamen immer die gleichen Enttäuschungen, Ängste und Unzufriedenheiten ans Licht, zum Beispiel die langen Wege, die Angst vor Überfällen oder der Ärger über ungepflegte Nachbargräber. Ein weiteres Problem: Viele Angehörige erkennen zu spät, dass sie nicht in der Lage sind, ein Grab 25 Jahre lang selbst zu pflegen oder pflegen zu lassen.“ Gemeinschaftsgrabfelder beurteilt Maurus Becker kritisch: „Sie sind oft nichts anderes als halbanonyme Gräber. Der Unterschied ist zumeist nur, dass die Rasenfläche der halbanonymen Grabfelder durch Bodendeckerpflanzen ersetzt wird.“ Der von der Gärtnerei konzipierte Garten des Trostes soll Hinterbliebenen eine Alternative bieten: eine durchgängig gepflegte Anlage, einen Ort zum (gemeinsamen) Trauern und kalkulierbare Kosten.

 

Bei der Umsetzung des Grabfeldes erhielt die in dritter Generation geführte Gärtnerei Unterstützung von der Friedhofsgärtnerei Gelsenkirchen (FGG). Sie beriet bei Fragen zu den Rahmenbedingungen und bei den Gesprächen mit der Stadt. Im August 2008 wurde das Grabfeld eröffnet.

 

Trauern statt entsorgen

Der Name Garten des Trostes bezieht sich sowohl auf das einzelne Grab als Ort der Trauer als auch auf das gesamte Grabfeld mit seinen trauerspendenden Symbolen wie dem Pavillon der Begegnung, dem Wunschbaum oder der Gedenkmauer. Das Bestattungsfeld soll den kreativen und heilsamen Umgang mit der Trauer fördern und der um sich greifenden „Entsorgungsmentalität“ entgegenwirken.

 

Kalkulierbare Kosten

Wer sich für eine Grabstätte im Garten des Trostes entscheidet, erhält die Garantie, dass das Grab über die gesamte Ruhezeit von 25 Jahren von der Gärtnerei Simon gepflegt wird. Bei den anfallenden Kosten (siehe Infokasten) handelt es sich um garantierte Fixkosten; sie beinhalten neben der Pflege der Grabstätte das Grabmal und seine Beschriftung. Auch die Pflege der Gesamtanlage erfolgt durch die Mitarbeiter der Gärtnerei, so dass sich nicht nur die einzelnen Gräber, sondern auch das gesamte Grabfeld immer in einem pietätvollen Zustand befinden. Zwei bis drei Mal im Jahr kontrolliert die Treuhandstelle FGG den Zustand der Anlage. Für die Gestaltung des Grabes können Hinterbliebene spezielle Grablaternen bei der Gärtnerei erwerben. Zudem haben sie die Möglichkeit, selbst Blumen zu pflanzen oder persönliche Erinnerungsstücke an dem dafür vorgesehenem Platz auf dem Grab abzulegen – laut Maurus Becker ist das sogar ausdrücklich erwünscht: „Unser Ziel ist es, Trauer und Trauerarbeit zuzulassen. Die Hinterbliebenen sollen sich vollkommen frei in ihrem Tun fühlen. Ein individueller Ausdruck der Trauer ist von uns gewollt. Dies steht klar im Gegensatz zu halbanonymen Rasengräbern, bei denen in der Regel Konformität erwünscht ist.“

 

Provision für Bestatter

Mit dem Grabfeld Garten des Trostes können Bestatter ihren Kunden ein durchdachtes Rundum-Paket anbieten; Fotografien der Anlage ermöglichen eine kompetente und umfassende Präsentation. Für eine auf dem Grabfeld erfolgte Beisetzung erhalten Bestattungsunternehmen eine Vermittlungspauschale. Beim Garten des Trostes handelt es sich – bisher – nicht um ein geschütztes Konzept. Es kann theoretisch überall dort errichtet werden, wo Kirche oder Verwaltung ihre Bereitschaft zur Durchführung signalisieren. Dass auch Friedhofsverwaltungen von einer solchen Anlage profitieren, zeigt der Garten des Trostes in Gelsenkirchen. Die Gärtnerei SIMON übernimmt nicht nur die Pflege der Anlage, sondern sucht auch zusammen mit den Hinterbliebenen das Grab aus; so entfällt für die Verwaltung ein Großteil der Arbeit. Zudem wird der gesamte Friedhof durch die Anlage attraktiver.

 

Ein bisschen mehr Service

Besonderen Wert legt die Gärtnerei Simon auf die Durchführung der Bestattung. Der Weg zum Grab wird mit Rosenblüten versehen und eine große Laterne am offenen Grab positioniert. Nach der Beisetzung werden Kränze und Trauerspenden auf dem Grab dekoriert. Die 80 cm hohe Laterne wird erst entfernt, wenn das Grab bepflanzt und der Grabstein gesetzt wird. Die Resonanz auf den Garten des Trostes ist positiv. Seit der Eröffnung im August 2008 fanden auf dem Grabfeld elf Beisetzungen statt, acht weitere Gräber wurden reserviert. Voraussichtlich Ende 2009 beginnt die Planung für ein weiteres Grabfeld.

 

 

Weitere Informationen

Preise

Erd-Reihengrab: 3.490 € (ohne Gebühr für die Friedhofsverwaltung) bzw.  4.961 € (inkl. Gebühr für Friedhofsverwaltung)

Urnen-Reihengrab: 2.490 € (ohne Gebühr für die Friedhofsverwaltung) bzw.   3.526 € (inkl. Gebühr Friedhofsverwaltung!)

 

In den Kosten enthaltene Leistungen

-Grundgestaltung des Grabfeldes

-25 Jahre Grabpflege

-Grabmal mit Beschriftung

-Beheben von Sinkschäden

 

Kontakt

Gärtnerei Simon Natur erleben

Tel.: 0209 / 4 22 49

Internet: www.simon-natur-erleben.de