Die Chance im Internet: Kunden­bindung vor dem Trauerfall

csm_em_glagau_sw_6c2fc4fee1Die Chance im Internet. © Eva-Maria Glagau

Durch Ihren interessanten Internet-Auftritt bin ich schon lange vor dem Trauerfall auf Sie aufmerksam geworden. Deshalb war mir klar, dass ich Sie im Falle eines Falles beauftragen würde- Ist das realistisch? Oder wählt niemand einen Bestatter über das Internet aus?

 

in Beitrag von Eva-Maria Glagau

 

Hohe monatliche Suchanfragen

Die Zahlen beweisen: Auch die Suche nach einem Bestatter führt nicht selten ins Internet. Der Suchdienst von google zeigt: ‚Bestattung‘ wird monatlich 110.000 angefragt, ebenso viele Suchanfragen verzeichnet das Schlagwort ‚Beerdigung‘. ‚Bestattungen‘ werden 74.000mal im Netz gesucht, der ‚Bestatter‘ 33.100 mal und das ‚Bestattungsinstitut‘ immerhin noch 12.1000 mal. Auch regional sind die Zahlen bemerkenswert: Die Suchbegriffe ‚Bestatter Köln‘ werden 1.300 mal bei google eingegeben, 1.600 mal in Hamburg und 590 mal werden in Essen Bestatter im Netz angefragt.

Diese Zahlen mögen auf den ersten Blick überraschen, aber warum sollte ein derart umfassender Trend ausgerechnet an den Bestattern vorbeigehen? Das Internet ist für viele zur wichtigsten Informationsquelle und damit zur Entscheidungshilfe bei der Wahl eines Produktes oder eines Dienstleisters geworden. Warum sollte das beim Thema Bestattungen anders sein? Weil „immer gestorben wird“, sprich: der Kunde sowieso früher oder später zum Bestatter vor Ort finden wird? Auswahl und Angebote von Bestattern sind besonders in Städten zu groß, um sich darauf verlassen zu können.

 

Schaufenster Internet

Das Internet entwickelt sich zunehmend vom anonymen Massenmedium zu einem Ort des sozialen Austausches, der Kommunikation. Daher gilt: Vertrauen und Glaubwürdigkeit bleiben auch im Netz ein großes Thema. Eine Website kann und wird niemals die persönliche Begegnung ersetzen, aber sie kann, wenn sie gut gemacht ist, sowohl einen Eindruck von den Kompetenzen als auch von der Persönlichkeit eines Bestatters vermitteln.

Für viele Trauernde ist es wichtig, ein Gefühl für den Bestatter und sein Unternehmen zu bekommen: Wie sieht er oder sie aus, wirken die MitarbeiterInnen freundlich und offen? Gibt es einen Trauerraum, in dem in Ruhe von der oder dem Verstorbenen Abschied genommen werden kann, wie ist er eingerichtet? Kurz: Werde ich hier in meiner Trauer angenommen und angemessen begleitet?

Die Auseinandersetzung mit Tod und Trauer wandelt sich in unserer Gesellschaft: der Wunsch nach Selbstbestimmung macht vor dem eigenen Tod und der Beisetzung nicht Halt. Immer öfter ist bereits für Menschen um die 50 der eigene Tod ein Thema, sie planen und bereiten selbstbewusst ihren eigenen Abschieds vom Leben vor. Oft sind sie auf der Suche nach individuellen Gestaltungsmöglichkeiten. Im Internet können sie das Angebot von Bestattern und Trauerbegleitern überblicken: von der modernen Dienstleistung bis zur einfühlsamen Beratung. Den Themen sind kaum Grenzen gesetzt. Ob Trauerhilfe, Philosophie, neue Bestattungsformen, Literatur oder Lyrik, das Netz bietet viel Raum, um mit potenziellen Kunden schon vor dem Trauerfall in Kontakt zu treten. Das klingt verlockend – muss aber gut geplant sein.

 

Gut texten im Netz – für Trauernde und Suchmaschinen

Das Internet hat seine eigenen Spielregeln. Dabei kommt es nicht nur auf Design und Aussehen an: Professionelle Texte leisten einen wichtigen Beitrag zum Erfolg einer Website. Um einen hohen Nutzwert zu erzielen, müssen die Inhalte konsequent auf die Bedürfnisse der Besucher einer Website ausgerichtet sein. Dabei kommt es auf passgenaue Texte an – gerade bei sensiblen Themen wie Trauer und Tod. Textbausteine wirken hier ebenso lieblos wie stichwortartige Informationen oder Komma- und Tippfehler. Ein professioneller Dienstleister kann hier helfen. Das hat noch einen weiteren Vorteil: Er wirft einen Blick von außen auf das Bestattungshaus und hat so den Blickwinkel eines potenziellen Kunden – eine Rolle, die der Bestatter als Geschäftsinhaber nur schwer einnehmen kann.

 

SEO – Suchmaschinenoptimierung ist günstiges Marketing

Texte im Internet müssen nicht nur inhaltlich überzeugen, sondern zusätzlich auch die Suchdienste berücksichtigen. Schön schreiben allein reicht also nicht. Die meisten Kunden kommen über Suchmaschinen auf eine Website. Um in den Suchmaschinen eine gute Position zu erlangen, müssen die Texte entsprechend optimiert werden. Auch hier gibt es Regeln zu beachten, die entscheidend für den Erfolg sind. So müssen die Texte etwa seitenspezifische Schlüsselwörter enthalten, ohne langweilig zu werden – und auch Domain, Verzeichnis- und Dateinamen unterliegen bestimmten Anforderungen, die, um erfolgversprechend zu sein, genau beachtet werden müssen. Neben technischen Aspekten wie der fehlerfreien Programmierung und kurzer Ladezeiten der Seiten, beeinflusst auch der Inhalt die Positionierung in den Suchergebnissen – und das mit steigender Tendenz. Textarbeit kann also die Wahrnehmbarkeit verbessern. Nur Internetseiten, die lesenswerte, aktuelle Texte anbieten, behaupten sich langfristig am Markt und werden durch Suchmaschinen hoch gelistet. Aktuelle und stetig wechselnde Themen schaffen eine andauernde Marktpräsenz.

 

Das Internet als Multiplikator

Eine Website muss außerdem gut eingebunden sein. Externe Links von gut gelisteten anderen Websites müssen gewonnen werden: Hier hilft die Verlinkung von und zu Fachportalen und Fachmagazinen genauso wie der Linkaustausch etwa mit dem Trauerredner vor Ort. Auch die aktive Teilnahme am Austausch in Foren, Blogs und Communities erhöht die Sichtbarkeit. Das Internet bietet viel Raum, Themen aufzunehmen und Stellung zu beziehen. Aber es kann auch – und gut – genutzt werden, um ‚Tod und Trauer‘ als Themen, die uns alle angehen, in der Öffentlichkeit zu platzieren und für eine Auseinandersetzung mit ihnen zu werben. Wo sonst können Bestatter als Fachleute so vielen Menschen ihren Zugang zu den Themen Trauer und Tod erläutern, sich als Mensch und Dienstleister präsentieren und nicht zuletzt: Trends aufspüren anstatt sich ihnen ausgesetzt fühlen. Damit Bestatter sich sinnvoll in eine Gesellschaft mit einer im Wandel begriffenen Trauer- und Bestattungskultur einbringen können. Das Internet ist der Ort, um existenzielle Themen schnell, vergleichsweise kostengünstig und mit hoher Reichweite öffentlich zu machen – so lässt sich ein Stück weit mitbestimmen, wie unsere Gesellschaft mit den großen Themen des Lebens umgeht.

 

Kontakt:

MerkWert – Agentur für nachhaltige Kommunikation

Eva-Maria Glagau

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