Death Positive Movement – der Kult um den guten Tod

Webseite: The Order of the Good Death

In Kalifornien ist der „gute Tod“ schon seit einigen Jahren ein viel diskutiertes Thema, aus dem inzwischen eine ganze Bewegung geworden ist: „The Order of the Good Death“, der „Orden des guten Todes“, ist die wohl bekannteste Organisation, die sich der Akzeptanz des Todes verschrieben hat. 2011 von der Bestatterin und Autorin Caitlin Doughty gegründet, engagieren sich inzwischen weitere „Prominente“ der Szene für einen alternativen Umgang mit Tod, Trauer und Sterben: unter ihnen der Künstler Greg Lundgren, die Erfinderin des Burial Suits Jae Rhim Lee oder der ehemalige Luftfahrtingenieur und Gründer des alternativen Bestattungsinstituts „Elemental Cremation & Burial“ Jeff Jorgenson. Ihren ersten „Death Salon“, eine Gesprächsrunde im Geiste der Salons des 18. Jahrhunderts über Sterblichkeit und Trauer und ihre Auswirkungen auf Kultur und Geschichte, veranstaltete die Gruppe 2013 in Los Angeles.

 

Kopf und Kultfigur des so genannten „Death Positive Movement“ ist die Bestatterin Caitlin Doughty, Autorin des Buches Fragen Sie Ihren Bestatter: Lektionen aus dem Krematorium (Buchvorstellung in der Bestattung 02/2016). Ihr YouTube-Ratgeber „Ask A Mortician“ generiert Millionen von Klicks. Caitlin Doughtys alternatives Bestattungsunternehmen „Undertaking L.A.“ propagiert die Abschiednahme von Verstorbenen in den eigenen vier Wänden und setzt sich für kompostierbare Särge ein. Allgemein entstehen innerhalb der Bewegung immer mehr Plattformen für die Diskussion über die Unausweichlichkeit des Todes und des Sterbens.

 

Death Café: auf einen Kaffee mit dem Tod

Solche Diskussionsräume bieten beispielsweise auch so genannte Death Cafés: regelmäßig organisierte Diskussionsreihen über den Tod und das Sterben. Nach dem ersten Death Café in London im Jahr 2011, hat sich die Bewegung inzwischen in Städte auf der ganzen Welt ausgebreitet, auch nach Berlin. Ein Death Café ist keine Trauergruppe oder Beratung, sondern eine Diskussionsgruppe zum Thema Tod ohne Agenda, Ziele oder spezifische Themen.

 

Ziel der gesamten Bewegung rund um den guten Tod ist es, Menschen dazu zu bringen, mit Freunden, Eltern und Partnern über den Tod, das Sterben und Wünsche an eine Bestattung zu sprechen. Die Gespräche sollen das Gefühl für das fördern, was im Leben zählt, und dazu anregen, sich auf die positiven Elemente zu konzentrieren und ein erfülltes Leben zu führen. Der Tod wird entmystifiziert und wieder zu einem Teil des Lebens.

 

Links, Quellen und weitere Informationen:

www.deathcafe.com

www.elementalnw.com/about-us

www.orderofthegooddeath.com

www.youtube.com/user/OrderoftheGoodDeath