BUGA 2009: Mehr als nur Gestaltungstipps für Friedhof und Grab

csm_Buga_BUGA_GmbH_klein_a961bf639aMehr als nur Gestaltungstipps für Friedhof und Grab. © Buga GmbH

Noch bis zum 11. Oktober 2009 hat die Bundesgartenschau 2009 in Schwerin ihre Pforten geöffnet. Rund 1,8 Millionen Besucher werden erwartet. Neben der Ausstellung locken zahlreichen regionale Sehenswürdigkeiten zu einem Besuch.

 

Eine Reise in die Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern lohnt sich nicht nur wegen der BUGA 2009 und dem Ausstellungsteil „Grabpflege und Denkmal“, auf dem Friedhofsgärtner und Steinmetze unter anderem individuell, kreativ und modern gestaltete Mustergräber präsentieren. Denn das Spektrum der touristischen Sehenswürdigkeiten reicht von speziell im Rahmen der BUGA organisierten Inszenierungen und Ausstellungen bis hin zu bezaubernden Natur- und Kulturhöhepunkten, welche dem Schweriner Umland und dem Bundesland generell gerade im Sommer eine besondere Faszination verleihen.

 

Modern und alt im Vergleich

Der Alte Friedhof, mitten in Schwerin am Obotritenring gelegen, ist ein gärtnerisches Kleinod. Diese im 19. Jahrhundert durch den berühmten Gartenarchitekten Theodor Klett geschaffene Anlage orientierte sich, dem Wunsch nach einem Abbild der vollkommenen Natur entsprechend, an den Ideen des englischen Landschaftsgartens. Durch die Idylle und ihre Ästhetik sollte der Tod ganz im Sinne der damaligen Zeit verklärt und idealisiert werden.

 

Für den heutigen Betrachter bleibt der Genuss einer wundervollen Parkanlage. Lüder Nobbmann, Vorsitzender des „Bundes deutscher Friedhofsgärtner“ (BdF): „Wir Friedhofsgärtner zeigen auf der Bundesgartenschau viel Innovation und zeitgemäße individuelle Gestaltung. Da ist es immer wieder interessant zu vergleichen, wie die moderne Friedhofs- und Grabgestaltung ihren Anfang nahm. Der Alte Friedhof ist ein wunderbares Zeugnis dieser Wurzeln.“

 

Auf dem Land

Wer die Zeit mitbringt, auch die nähere und weitere Umgebung Schwerins kennenzulernen, den erwartet ein Natur- und Kulturlandschaftserlebnis, wie es so unverfälscht in Deutschland wohl nur in dem Bundesland mit der geringsten Bevölkerungsdichte zu erwarten ist. Sanft und doch herb, vor allem still – so wird diese Ferienregion zwischen Ostseeküste und Elbtalaue oft charakterisiert. Eine harmonische Landschaft für Individualisten und Kulturliebhaber. Ein wesentliches Element der Trauerkulturlandschaft Mecklenburg-Vorpommerns sind die 55 jüdischen Friedhöfe, deren historische Wurzeln zumeist zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert liegen. Der laut Experten schönste liegt am anderen Ende des Landes in Stralsund. Nach jahrelanger Sanierung ist der „Jüdische Friedhof“ diesen April wieder eingeweiht worden und erinnert eindrucksvoll an die jüdische Kultur der Hansestadt. Im Jahr 2000 hatten die umfangreichen Arbeiten begonnen. Grabmale wurden gereinigt, Inschriften erneuert und die Friedhofsmauer restauriert. Zudem wurde ein zentraler Platz mit einem Gedenkstein angelegt. Den Friedhof gibt es seit 1850, nahezu 100 Jahre also nach der Gründung einer jüdischen Gemeinschaft in Stralsund im Jahr 1759.

 

Interessant für Liebhaber (früh-)historischer Stätten ist das Archäologische Freilichtmuseum Groß Raden, eine Rekonstruktion einer frühmittelalterlichen slawischen Siedlung aus dem 9. Jahrhundert. Der „Bauerngarten“ bietet einen sehr guten Überblick über den Reichtum an Kulturpflanzen der damaligen Zeit und ihre Verwendung durch die Slawen. Weniger weit in die Vergangenheit führt ein Besuch der spätbarocken Schloßanlage „Ludwigslust“, von 1763 bis 1837 herzögliche Residenz, bei der insbesondere auch die herrliche Parkanlage keinen Vergleich mit dem Schweriner Schloss zu scheuen braucht.

 

Schwerin: Schönheit und Charme

Lüder Nobbmann ist vom Standort der diesjährigen Bundesgartenschau begeistert: „Alles was den Norden ausmacht, findet man in der Landschaft um Schwerin in vollendeter Form – herbe Schönheit, spröden Charme und endlosen Horizont.“

 

Weitere Informationen

Bund deutscher Friedhofsgärtner e.V. (BdF), friedhofsgaertner(at)g-net.de

Bundesgartenschau 2009: www.buga-2009.de