Bestattung und Design – passt das zusammen?

csm_image003_73959ea4e5Bestattung und Design. © Isabel Hamm

Wir meinen: das passt! Denn die Zeiten, in denen die Schaufenster von Bestattern gar nicht dekoriert und lediglich zwei langweile Särge und drei eintönige Urnen angeboten wurden, sind lange vorbei. Was heute alles möglich ist, zeigen die folgenden Beispiele:

 

Das Angebot an stilvoll designten Urnen wächst stetig. Nicht immer muss Design bunt und außergewöhnlich sein, auch schlichte Formen und Farben können ästhetisch kunstvoll überzeugen. So wie die Keramikurnen der Produktdesignerin Isabel Hamm. Die erste Urne aus Ton fertigte die Kölnerin für ihren Großvater an. Danach gestaltete sie hin und wieder privat Urnen für Freunde und Bekannte. „Besonders bewegend war die Arbeit an der Urne meines Stiefvaters“, berichtet Isabel Hamm. „Mit der Urne konnte ich ihm zum letzten Mal ein individuell gestaltetes Geschenk machen.“ Nach weiteren privaten Anfragen beschloss die ausgebildete Keramikerin ihre Urnen nicht nur privat, sondern auch für Bestattungsinstitute und Endverbraucher anzubieten. „Meine Urnen sind keine Massenfertigungen von der Stange. Sie sind individuell und jede für sich einzigartig. Mit ihnen können die Hinterbliebenen dem Verstorbenen etwas mitgeben, das den Wert und die Bedeutung seines unverwechselbaren Lebens würdigt“, beschreibt die 47jährige ihr Konzept.

 

Abschiedsgeschenk für den Verstorbenen – Erinnerungsstück für den Hinterbliebenen

Die Urnen werden aus Steinzeugtonen aus dem Westerwald an der Töpferscheibe gedreht. In einem zweiten Arbeitsschritt wird die Form nachgearbeitet und anschließend mit farbigen Tonschlickern bemalt. Abschließend wird die Farbschicht nochmals bearbeitet, so dass eine lebendige Oberfläche entsteht, die die Spuren des Lebens symbolisiert. Die Urnen können sowohl zu einer beständigen Urne hochgebrannt werden, als auch für Naturbestattungen niedrig gebrannt werden, so dass sie im Laufe der Jahre zerfallen. Als besonderes Highlight bietet Isabel Hamm den Angehörigen an, aus dem gleichen Ton im Anschluss eine Vase zu fertigen, die als Erinnerungsstück mit nach Hause genommen werden kann. So müssen die Hinterbliebenen noch nicht einmal zur Grabstelle fahren, um dem Verstorbenen mit frischen Blumen zu gedenken.

 

Das Schaufenster ist die Visitenkarte des Bestatters

Noch Anfang des 20. Jahrhunderts präsentierten Bestatter ihre Waren und Leistungen vollkommen unbefangen der Öffentlichkeit. Sie stellten ihr Produktportfolio in der Auslage zur Schau und warben vollkommen offen für ihre  Dienstleistungen. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden die Schaufenster leergeräumt und man konnte hinter dichten Gardinen nur noch die Räumlichkeiten eines Bestattungsinstitutes erahnen. Bis vor einigen Jahren änderte sich am Bild der Schaufenster von Bestattungsinstituten nur wenig. Alte leicht vergilbte Gardinen, eine weniger attraktive Urne, angestaubte Papierblumen und ein Firmenschild mit den Öffnungszeiten, vielmehr war in einigen Schaufenstern nicht zu sehen. Bereits von außen sahen die Beerdigungsinstitute nicht einladend aus, dabei ist das Schaufenster die Erstkontaktstelle mit dem Kunden und damit die Visitenkarte des Unternehmens. Ist das Schaufenster langweilig und trist, ist höchstwahrscheinlich das Leistungsangebot des Bestatters ebenfalls langweilig und weniger ansprechend. Der Kunde hat also keinen Anreiz das Institut zu betreten.

 

Der erste Eindruck zählt

Die Schaufenstergestaltung ist das Aushängeschild des Bestattungsinstituts. Eine ansprechende und positive Dekoration kann Schwellenängste abbauen. Verkaufspsychologisch gesehen entscheiden bereits die ersten Sekunden über eine positive und nachhaltige Wahrnehmung. Das gestalterische Themenfeld ist breitgefächert. Die Dekoration kann mal emotional, mal provokant oder einfach ein bestimmtes Thema widerspiegeln. Beim Themenfeld „Licht“ können zum Beispiel verschiedene Fotos mit Lichteffekten, wie einem Sonnenuntergang oder einem Gewitterblitz im Schaufenster aufgehängt werden. Passend dazu können Kerzen, Lampen oder Fackeln aufgestellt werden. Das Schaufenster soll einen „Hin-Schau-Effekt“ auslösen und insbesondere Laufkundschaft zum Verweilen einladen – denn jeder Passant ist ein möglicher potentieller Kunde. Außerdem kann eine zeitgemäße Schaufensterdekoration ein effektives Medium sein, um Informationen rund ums Unternehmen zu vermitteln.

 

Außenpräsentation schafft eine Basis des Vertrauens

Der Bestatter kann sein Schaufenster selbst dekorieren oder sich professionelle Hilfe holen. Claudia Schmitz ist selbstständige Dekorateurin und spezialisiert auf Schauwerbung für die Bestatterbranche. „Tiefsinnig und sensibel gestaltete Schaufenster können Inspirieren, Ängste abbauen und die Scheu vor dem Bestatter nehmen. Eine sympathische und ansprechend auftretende Außenpräsentation schafft eine Basis des Vertrauens. Vertrauen das Trauernde auf der Suche nach professioneller Beratung und Unterstützung in ihrer Situation suchen“ berichtet die Kölnerin. Am Anfang stehen Themenvorschläge und Skizzen, bevor der Bestatter gemeinsam mit Claudia Schmitz die Gestaltung des Schaufensters bespricht und die Ideen umgesetzt werden. Im Durchschnitt sollte ein Bestatter seine Dekoration alle zwei bis vier Monate wechseln um das Schaufenster lebendig zu halten.

 

Gelungene Schaufensterdekoration öffnet Türen

Seit fünf Jahren dekoriert Claudia Schmitz Schaufenster von Bestattungsunternehmen. „Bereits von Anfang an bekam ich positives Feedback von meinen Kunden. Die Investitionen in ein professionell gestaltetes Schaufenster rentiert sich“, ist sich Claudia Schmitz sicher. „Ein Schaufenster, das Offenheit und Wärme ausstrahlt bietet erste Anknüpfungspunkte für einen Dialog und öffnet sprichwörtlich die Tür zu den Geschäftsräumen. Gerade auch im Hinblick auf die Bestattungs-Vorsorge wird dem Kunden so die Kontaktaufnahme erleichtert.“

 

Modulares Einrichtungssystem sorgt für angenehmes Ambiente

Leichter fällt Angehörigen auch die Abschiednahme von Verstorbenen in angenehm eingerichteten Abschiedsräumen. Kneisz Design aus Weimar hat sich bewusst gegen die üblichen Stahl-Arrangements entschieden und setzt auf hochwertig verarbeitete Hölzer wie Buche, Ahorn, Kirsche, Esche oder Nussbaum. Das Einrichtungssystem „Andante“ ist schlicht und zurückhaltend, aber modern. Aufgrund des modularen Aufbaus ist das System äußerst flexibel und vielfältig kombinierbar und lässt sich leicht allen räumlichen Gegebenheiten und individuellen Ausgestaltungswünschen anpassen. Die Bandbreite an Möbeln und Accessoires umfasst das gesamte Repertoire von Trauerfeierlichkeiten. Für kirchliche Zeremonien bietet „Andante“ Kruzifixe, Engel, Kreuze in zahlreichen Varianten. Säulen, Pulte, Katafalke, Kranz-, Kerzen- und Fotoständer, Kondolenzen, Tablare, Lichtsäulen und vieles mehr stehen für alle Einrichtungswünsche zur Verfügung. „Über die Ausstattungs-Elemente von „Andante“ hinaus bieten wir auch Sonderlösungen an. Vom Lichtkonzept bis zu baulichen Anpassungen in Abschiedsräumen, Foyers, Büros stehen wir gerne unseren Kunden beratend zur Seite“, berichtet Daniel Kneisz, Inhaber von Kneisz Design.

 

Trauer- und Aussegnungshallen würdevoll gestalten

Auch Aussegnungs- und Trauerhallen können ansprechend dekoriert werden. Die Hopf Pietätsartikel GmbH bietet ihren Kunden ein individuelles Produkt-Programm für Kapellen und Trauerhallen. Wer sich für einen bestimmten Leuchter oder Kandelaber entschieden hat, der findet zu fast allen Modellen passende Dekorationselemente wie Weihwasserständer, Blumenvase oder Standkreuz. „Aufgrund der Herstellung in unserer hauseigenen Schlosserei können wir individuelle Kundenwünsche berücksichtigen. Als Materialien verwenden wir unter anderem Schmiedeeisen, Edelstahl, Messing oder Kupfer. Unsere Reihen-Leuchter werden als Baukasten-System gefertigt und lassen sich so individuell nach den Wünschen der Kunden zusammenbauen, “ erzählt Peter Pfahler, xxx bei der Firma Hopf Pietätsartikel GmbH.

 

Individuelle Abschiednahme mit persönlicher Dekoration

Sowohl Särge und Urnen, als auch Dekoständer können zusätzlich mit geschmackvollen Dekorationsstoffen und Blumenarrangements dekoriert werden. Teelichter und Teelichtgläser runden das Bild einer pietätvollen Aufbahrung  ab. Oftmals bringen Angehörige auch persönliche Dekorationsgegenstände mit. Ob eine Modelleisenbahn für den Eisenbahn-Fan oder ein Fußball und Schal des Lieblings-Bundesligaverein für den verstorbenen Fußball-Fan, der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

 

Weitere Informationen:

Isabel Hamm

www.erde-zu-erde.de

 

Claudia Schmitz

Schaufenstergestaltung speziell für das Bestattungswesen

www.feinsinn-dekoration.de

 

Kneisz Design

www.kneisz.com

 

Hopf Pietätsartikel GmbH

www.hopf-online.com