Als Führungskraft überzeugen – auch für Bestatter wichtig

Führungskraft ist, wer andere erfolgreich macht! Eigentlich klingt das ganz einfach und verständlich. Aber auf dem Weg zur guten Führungskraft stehen wir uns oft genug selbst im Weg. Wenn man sich eine Leitungskraft im Katalog zusammenstellen und bestellen könnte, dann wäre die Liste der gewünschten „Ausstattungsmerkmale“ sicherlich lang. Wenn man selbst Führungskraft ist, bewegt man sich ständig zwischen den Polen von Überforderung und guten Vorsätzen. Zunächst einmal sollte eine Führungskraft grundsätzliche Tugenden wie Intelligenz, Integrität und Mut haben. Aber auch Hingabe und Entschlossenheit sind gefragt sowie die Fähigkeit, eigene Fehler offen einzugestehen und auch unangenehme Entscheidungen treffen und aushalten zu können.

 

Standard bedeutet nicht 08/15

Bei jeder Dienstleistung sind Standards wichtig. Standard, das klingt zwar zunächst nach ‚Dienst nach Vorschrift‘, aber es bedeutet Berechenbarkeit und Zuverlässigkeit, ebenso wie Sicherheit und Kontinuität. Mitarbeiter und Kunden brauchen dieses „Geländer“ der Verlässlichkeit. Unsicherheit führt oft zum Rückzug. Für das Bestattungsgewerbe bedeutet das: Nicht nur Sie, sondern auch Ihre Mitarbeiter müssen sich Ihrer Standards bewusst sein und sie zu jeder Zeit einhalten. Über Standards ist man sich nicht automatisch einig, darum sollten Sie sie gemeinsam mit Ihren Mitarbeitern erarbeiten. Ein Team-Tag jenseits des Alltags schweißt außerdem zusammen. Bei einer Leitungsposition liegt der Maßstab besonders hoch. Denn das Vorbild des Vorgesetzten ist die Kompassnadel, nach der sich die Mitarbeiter einnorden. Echtes Vertrauen und wirkliche Glaubwürdigkeit machen einen Menschen aus, der vorangehen kann. Vertrauen wird vermittelt durch regelmäßiges Feedback, durch angstfreie Kommunikation und Kontinuität. Die meisten Menschen haben ein Gespür dafür, ob jemand authentisch ist oder nur so tut als ob. Man darf durchaus ein Mensch mit Ecken und Kanten sein, sollte sich aber bewusst machen, wie das auf andere wirkt.

 

Unser Tipp: Betrachten Sie Kritik nicht als Angriff, sondern als Chance. Zeigen Sie, dass Sie mit Offenheit umgehen können. Eine gute Gelegenheit wäre es, wenn Sie ein Kundengespräch gemeinsam nachbereiten: Wie haben Sie sich empfunden? Was dachten die Mitarbeiter? Wie hat der Kunde reagiert und warum? Was ist gut, was kann man verbessern?

 

Hohe Ansprüche an den Chef

Führungsqualitäten sind z.B. Zuverlässigkeit, Transparenz im Hinblick auf die Ziele und Einbeziehung des Teams in Entscheidungen und Prozesse. Zielorientiert, strategisch weitblickend und wohlüberlegt, effizient und natürlich kostenoptimiert soll der Führende ebenfalls sein. Teams soll er formen können, die miteinander statt gegeneinander arbeiten. Schwierige Gespräche soll er zum Konsens führen und Kritik so anbringen, dass sie nicht demotivierend wirkt. Und sein Umgang soll von Respekt, Wertschätzung und Zugewandtheit geprägt sein. Je mehr Eigenschaften einer Führungskraft man definiert, desto höher wird die Messlatte gelegt und desto unerreichbarer scheint sie zu werden. Wer kann das alles leisten, und zwar neben seiner eigentlichen fachlichen Aufgabe? Wird man als Führungskraft geboren oder sind Führungsqualitäten erlernbar? Gibt es die perfekte Führungskraft? Natürlich nicht. Jeder Mensch – und jeder Unternehmensleiter – entwickelt sich. Menschlichkeit, und dazu gehört auch Fehler zugeben und daraus lernen zu können, ist gerade bei Bestattern eine wichtige Qualität.

 

Know-how richtig anwenden

Selbstverständlich stehen viele Seminare und Workshops, Consulter und Trainer, Methoden und Übungen zur Verfügung, die das Handwerkszeug vermitteln. Aber das ist eben nur die Ausrüstung. Es kommt darauf an, was man damit anfängt. Ein Bergsteiger kann die beste Ausrüstung haben und großes theoretisches Know-How, aber am Berg zeigt sich, ob er es auch verstanden hat, ob er sein Wissen unter Stress, Druck oder Angst dennoch wohlüberlegt anwenden kann. Eine Führungskraft sollte sich nicht nur regelmäßig selbst hinterfragen, sondern auch die Mitarbeiter um offenes Feedback bitten. Nur so kann das Miteinander gelingen und zum Wohl des Unternehmens beitragen.