Aeternitas fordert Transparenz bei der Vergabe von Provisionen

csm_bild_provisionen_8ab9ba830fVermittlungsprovision. © Aeternitas e.V.

Nicht selten werden in vielen Bereichen der Bestattungsbranche Vermittlungsprovisionen gezahlt. Insbesondere Krematorien, Friedhofsgärtner und Steinmetze zahlen häufig Provisionen an Bestatter, damit diese mit ihnen zusammenarbeiteten.

 

Von diesen Provisionszahlungen wissen die meisten Kunden nichts.  Aus diesem Grund fordert die Verbraucherinitiative Aeternitas von den beteiligten Unternehmen mehr Offenheit. Oftmals wird ein Verstorbener nicht im nächstgelegenen Krematorium eingeäschert, sondern in einer weiter entfernten Einäscherungsanlage. Warum? Ganz einfach: Das weiter entfernte Krematorium hat dem Bestatter den besseren Preis gemacht und die höhere Provision gezahlt. Nicht nur Krematorien zahlen Bestattern häufig Provisionen. Auch unter Friedhofsgärtnern, Steinmetzen, freien Trauerrednern und Betreibern von Bestattungswäldern herrscht ein harter Wettbewerb. Um Aufträge zu erhalten, kämpfen sie deshalb mit Serviceangeboten und günstigen Preisen, aber auch mit Vermittlungsprovisionen zwischen zwei und 25 Prozent. Bestatter profitieren aber nicht nur von Provisionszahlungen, sondern zahlen selbst häufig Gelder an Altenheime und Krankenhäuser. Diese empfehlen dafür nach einem Todesfall den Hinterbliebenen den Bestatter, der ihnen eine Provision versprochen hat oder leiten gar den Auftrag schon in die Wege. Aeternitas weist darauf hin, dass Angehörige in solchen Fällen dennoch die Wahl haben, einen anderen Bestatter auszuwählen. Sie sollen sich auf keinen Fall unter Druck setzen lassen.

 

Provisionszahlungen sind rechtlich unbedenklich

Angehörige wissen oftmals nicht, ob und wie sich die Provisionszahlung in der Rechnung für sie auswirkt. Deshalb fordert der Aeternitas-Vorsitzende Hermann Weber, dass Provisionszahlungen bei der Beratung offen gelegt werden sollen: „Provisionen entscheiden schließlich mit über das Ergebnis einer Beratung und damit über die Auftragsvergabe.“  Letztendlich sollte nicht nur der Bestatter alleine von den zusätzlichen Zahlungen profitieren. Rechtlich sind Provisionszahlungen im Bestattungswesen unbedenklich. Es gibt keine klare gesetzliche Vorschrift darüber, ab welchem Betrag oder Prozentsatz der Unternehmer verpflichtet ist, dem Kunden die Zahlung einer Provision zu offenbaren. Schwierig ist es, Fälle von dubiosen Provisionszahlungen gerichtlich klären zu lassen. Dafür ist die Beweislage oftmals zu undurchsichtig, vor allem dann, wenn alles nur mündlich vereinbart wurde und schließlich Aussage gegen Aussage steht. Hinzu kommt, dass Zeugen in solchen Fällen nur selten zur Verfügung stehen. Aus diesem Grund empfiehlt Aeternitas immer die Schriftform, wenn Vermittlungsaufträge mit Provisionen ausgehandelt werden.