Gewachsener Werkstoff - Rest in Pilz

Diese Urne zeigt, was in ihr steckt: Feine Fasern zeichnen sich an der Oberfläche ab, das Licht bricht sich in einem dichten Geflecht aus Pilzmyzel und die weiche Oberfläche lädt zum Berühren ein. Die Silhouette ist asymmetrisch, wie der Mensch. Valessja von Groeling, Mitgründerin von formorgen, erlebt in Gesprächen großes Interesse an der neuartigen Urne und an einem natürlichen Abschied.

Was macht Pilzmyzel so besonders?
Myzel verbindet Naturfasern wie Hanf miteinander. Es entsteht eine stabile und gleichzeitig leichte Struktur. Das Material hält, solange es gebraucht wird. Im Erdreich zerfällt es rückstandsfrei und gibt Nährstoffe ab. Für viele Angehörige ist der Gedanke tröstlich, dass Urne und Asche wieder Teil des natürlichen Kreislaufs werden.  

Wie ist die Resonanz von Bestatterinnen und Bestattern?
Überraschenderweise ziehen Haptik und Form sogar mehr Interesse auf sich als die Ökobilanz. Die Oberfläche ist warm, weich und organisch, jede Urne ist handgefertigt, hat ihre eigene Struktur und wird so zum Unikat. Die bewusste Gestaltung mit Ecken und Kanten, steht symbolisch für die Charaktervielfalt der verstorbenen Personen, bricht mit Gewohntem und spricht viele Menschen an. Dennoch ist unser Produkt nicht immer selbsterklärend. Daher entwickeln wir gerade erläuternde Folien und ein Ausstellungspaket für das Schaufenster, das Bestattungshäuser sechs Monate lang testen können, um die Geschichte hinter dem Material und der Form in der Ausstellung nachvollziehbar zu vermitteln. Parallel suchen wir in jedem Bundesland eine Vertrauensperson aus der Branche, um regionale Besonderheiten besser zu verstehen und wirklich auf die Bedürfnisse vor Ort einzugehen.

Wie entwickelt sich Euer Portfolio?
Wir merken, dass viele Angehörige nach einem greifbaren Moment suchen. Darum denken wir Accessoires und Rituale wie Gedenksteine aus Myzel oder eine Gedenkkugel mit Pflanzensamen gleich mit. Diese kann an einem symbolischen Wunschort abgelegt oder vergraben werden und erschafft Nährboden für neues Leben. Diese Zusatzprodukte, die einen Übergang vom Abschied hin zum lebendigen Wachstum schaffen, präsentieren wir erstmals im Ideencampus der LEBEN UND TOD in Bremen, um dann auf der BEFA mit fertigem Repertoire auszustellen. Auch unsere Urne entwickeln wir weiter: Aktuell prüfen wir Moorgräser als alternative und besonders nachhaltige Faserquelle mit CO2-speichernden Eigenschaften. Nach der Messe wollen wir auch an einem weiteren Urnen-Design arbeiten.

Info
formorgen auf der BEFA, Forum: Stand 13 C02

Telefonnummer 03681 - 30 18 32
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