Als Lichtspur durch Raum und Zeit
Georg Bitsche hat mit Helix Uplink im österreichischen Puch aus einem einst wissenschaftlichen Ansatz ein Ritual entwickelt, mit dem menschliche DNA als interstellare Nachricht für immer an das Universum übergeben wird. Aus einer Haarprobe entsteht ein digitaler DNA-Datensatz, der per Laser in Richtung eines gemeinsam ausgewählten Sternsystems gesendet wird. Nach der Entsendung löscht das Unternehmen die Daten. Angehörige können die Übertragung per Livebild verfolgen und erhalten ein 4K Zeitraffer-Video sowie eine gravierte Tafel mit allen relevanten Daten. Eine Verbindung zwischen Wissenschaft und Spiritualität.
Was war der Ausgangspunkt für die Idee?
Die Überlegung war, dass die zwei wichtigsten Kriterien für ein Vermächtnis eine präzise Beschreibung und ein möglichst langes Bestehen sind. Die DNA ist genau das: Mit der Abfolge von Milliarden Basenpaaren beschreibt sie den spektakulären Bauplan eines Individuums.
Von einem Laser getragen – wie ein millionenfach verstärktes Signal in einem Glasfaserkabel – kann die Information tatsächlich für Milliarden von Jahren ungestört reisen. Eine wirkliche Ewigkeit.
Unsere primären Ziele sind Sternensysteme, von denen wir seit Kurzem wissen, dass sie Planeten in einem bewohnbaren Abstand zu ihrem Stern beherbergen. Ein letzter Kontakt einer bedeutenden Nachricht auf dem Weg in die Unendlichkeit.
Welche Rolle spielen Bestatter bei der Vermittlung der Idee und bei der Durchführung?
Bestatter sind unsere Bindeglieder zu den Kunden. Sie vermitteln unsere Leistung und schicken uns Haarproben der Klienten, aus denen wir ein digitales Abbild der DNA gewinnen. Im Gegenzug profitieren sie von einer angemessenen Provision.
Was geschieht technisch bei der Entsendung ins All?
Wie ein Datenkabel überträgt der Laser mehrere Millionen Schaltvorgänge pro Sekunde durch den freien Raum. Der extrem starke Strahl wird auf ein vorab besprochenes Zielsystem ausgerichtet. Dies gibt auch den Angehörigen das Gefühl, dass die Geschichte des Verstorbenen noch nicht ganz aus erzählt ist.
Jede Entsendung wird im Luftraum angemeldet. Gleichzeitig hängt der Termin stark vom Wetter ab. Bewölkung oder kurzfristige Nutzung des Luftraums führen häufig zu Verschiebungen, daher ist es auch schwierig, das Beisein von Angehörigen zu planen. Durchschnittlich brauchen wir drei Versuche um ein erfolgreiches Ergebnis sicher zu stellen.
Wie erleben Angehörige diesen Moment?
Die Entsendung wird live übertragen. Aus dem Material entsteht zusätzlich ein Zeitraffer, der die Bewegung des Himmels und den gesetzten Strahl sichtbar macht. Exemplarisch kann man sich einen solchen Zeitrafferfilm auf unserer Website anschauen. Typischerweise erleben Angehörigen den Moment der Emission in Ruhe zu Hause, da es mitten in der Nacht ist. Sie nutzen die Zeit um noch einmal über den verstorbenen zu sprechen und verabschieden ihn auf seine letzte Reise.
