27.11.2018

So könnte es mit den deutschen Friedhöfen weitergehen

Zukunftsthema Privatisierung

Bad Honnef. Die Kommunen sind pleite, die Kirchen notorisch klamm – es steht nicht gut um viele von ihnen betriebene Friedhöfe in Deutschland. Eine mögliche Lösung: Private Investoren. Klingt einfach, ist es aber oft nicht. „Je nach Lage des Friedhofs wehren sich viele Kirchen gegen eine private Nutzung ihres Geländes und wollen den hoheitlichen Ort schützen. Kommunen sind da zumindest im Rahmen des rechtlich Möglichen etwas aufgeschlossener“, so Judith Könsgen von der Deutschen Friedhofsgesellschaft.

Die meisten Friedhöfe in Deutschland werden von den Kommunen und den Kirchen betrieben. Schaut man sich manche dieser Friedhöfe an, wird das Dilemma schnell deutlich: Viele Gelände inklusive der Gebäude und der Grabanlagen sind heftig in die Jahre gekommen, viele Grabstellen sind leer und sie benötigen dringend eine Frischzellenkur. Doch woher nehmen, wenn nicht stehlen? Private Investoren könnten den Niedergang deutscher Friedhöfe eindämmen – und sie tun es auch bereits.

Schalke Fan-Feld und Memoriam-Gärten: Mit gutem Beispiel voran
„Ein Beispiel, wie so eine Privatisierung laufen kann, sind das Schalke Fan-Feld in Gelsenkirchen und Memoriam-Gärten wie in Köln“, so Könsgen. Das Schalke Fan-Feld sei dem Fußballstadion auf Schalke nachempfunden – ein würdevoll inszeniertes Highlight für jeden eingefleischten Fußballfan, bis über den Tod hinaus. „Und auch die Memoriam-Gärten können ein Zukunftsmodell sein. Das sind wunderschöne, aufwändig gestaltete Gärten innerhalb einer Friedhofsanlage, mit kunstvollen Grabmalen und ohne die Begrenzungen, wie man sie von anderen Begräbnisstätten kennt“, erklärt Könsgen. Bislang seien das allerdings eher Einzelfälle. Viele andere ehemals prachtvolle Anlagen sind seit Jahren defizitär unterwegs. Doch wo geht die Reise hin? Das verrät der Vorsitzende des Bundesverbandes Bestattungsbedarf, Jürgen Stahl: „Wünschenswert wäre eine noch bessere Zusammenarbeit von Kommunen, Kirchen und Investoren. Wenn sich alle Seiten ein Stück weit aufeinander zubewegen, hat der traditionelle Friedhof eine Zukunft, die alle Seiten zufriedenstellt und einen wirklich besonderen Ort der Trauer für Hinterbliebene und Freunde des Verstorbenen bildet.“ (DS)

Bild 1: Memoriam-Garten in Berlin-Steglitz. Foto: GdF, Bonn

Bild 2: Memoriam-Garten in Duisburg-Trompet. Foto: GdF, Bonn

Bild 3: Gedenk-Rondell im Friedhof Dachsenhausen. Foto: Deutsche Friedhofsgesellschaft mbH

Mehr Informationen unter www.bundesverband-bestattungsbedarf.de

Pressekontakt:


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Christoph Windscheif
c.windscheif@holzindustrie.de


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53604 Bad Honnef

Tel.: +49 2224 9377-0
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