FIXPREIS STATT Gebührenspirale

Friedhof Schottland St. Ives 2 - G. Stoverock

Auf der Website grabkauf.de können sich Privatpersonen im akuten Sterbefall jetzt ein Urnen- Rasengrab ohne namentliche Kennzeichnung für 200 € auf einem Friedhof der Deutschen Friedhofgesellschaft kaufen oder sich zum gleichen Preis vorsorglich ein Urnengrab für 10 Jahre auf dem Friedhof Dachsenhausen sichern.

 

Was ist das Revolutionäre am Grabkauf für einen Fixpreis?

Karl-Heinz Könsgen: Natürlich gibt es auch andere Friedhöfe oder Krematorien mit preisgünstigen Grabfeldern. Doch obgleich Friedhofsgebühren öffentlich einsehbar sind, ist es bisher nicht üblich, solche Angebote publik zu machen. Daher wissen auch viele Verbraucher gar nicht, dass sie eine freie Friedhofswahl haben. Das Neue an grabkauf.de ist, dass wir uns mit einem transparenten Angebot direkt an Kunden wenden und gleichzeitig Bestatter profitieren. Diese können das Angebot in Vorsorgeverträge aufnehmen oder auch bei akuten Sterbefällen empfehlen. Wer sein Grab selbst online kauft, erhält zudem einen individuellen Link zu Bestattern in seiner Nähe. Die Aufgaben bleiben also ganz klar verteilt.

Judith Könsgen: Die Idee ist auch, eine Alternative zu anderen günstigen Bestattungsformen und zur Abwanderung nach Holland anzubieten. Da sich gerade preissensible Kunden oft im Internet informieren, wird es Zeit, dass sich auch Friedhöfe hier stärker selbst vermarkten, was für Online-Bestatter und Krematorien schon längst selbstverständlich ist.

 

Ihr Angebot kommt zu einer Zeit, in der viele andere Friedhöfe um ihre Existenz kämpfen und immer teurer werden…

Karl-Heinz Könsgen: Die meisten Friedhöfe haben Überhangflächen und sind daran interessiert, ihre Erdgräber zu verkaufen, um sicher zu gehen, dass die Flächen belegt und gepflegt werden. Die logische Konsequenz wäre eigentlich, das Erdgrab günstiger anzubieten als das Urnengrab und nicht nach Fläche zu kalkulieren. Einige Friedhofsbetreiber mit großen Überhangflächen fangen in ihrer Not jetzt an, an jeder Ecke verstreut beizusetzen, damit der Friedhof oder Teilflächen nicht geschlossen werden können.

Judith Könsgen: Gleichzeitig bauen viele Personal oder Leistungen ab, Trauerhallen werden kaputtgespart, was zur Folge hat, dass der Friedhof für die Menschen immer weniger attraktiv wird und diese sich nach alternativen Bestattungsformen im Wald oder auf See umschauen. Ein Teufelskreis – denn wer nichts investiert, verdient auch nichts.

Karl-Heinz Könsgen: Zugespitzt gesagt, müsste die Hälfte der Friedhöfe schließen und etwa in öffentliches Grün umgewandelt werden, damit die andere Hälfte in Innovationen investieren und zum Beispiel auch Fahrdienste anbieten könnte. Doch viele Kommunalpolitiker wollen ihren Ortsfriedhof nicht aufgeben und berufen sich auf lange Ruhefristen. Irgendwann muss man aber anfangen, auch langfristig zu denken. Auch bei örtlichen Investitionen zieht der Friedhof im Vergleich zu anderen Projekten regelmäßig den Kürzeren, weil er sich selten als Prestigeobjekt eignet.

Judith Könsgen: Andererseits gibt es auch viele positive Beispiele, in denen Kommunen Besucher mit Veranstaltungen, Infomaterial, Führungen und besonderen Angeboten wie Segway-Touren auf den Friedhof einladen. Oft ist der Friedhof in diesen Fällen dann auch mehr als ein Beisetzungs- und Trauerort. Vielmehr bietet er Raum für Umweltprojekte und Freizeitgestaltung, wie in Aschersleben, Karlsruhe, Hamburg, Berlin und noch einigen anderen Städten.

 

Wohin sollte die Friedhofslandschaft in Deutschland steuern?

Judith Könsgen: Man will zwar Kultur und Vielfalt – gleichzeitig sind aber die Friedhofssatzungen oft so rigoros und altbacken, dass sie abschreckend wirken. Da müsste sich einiges tun. Auch sind die Friedhöfe vielerorts von den Menschen weggerückt. Als Kinder haben wir noch auf dem Friedhof bei der Schule Kastanien gesammelt. Dann wurde der Friedhof ausgelagert und schloss abends um 20 Uhr. Mit der Folge, dass kaum noch jemand dorthin ging. Die Jüngeren wissen gar nicht mehr, wo der Friedhof ist.

Karl-Heinz Könsgen: Man sollte sehr viel offener denken. Provokant gefragt: Warum baut man nicht beispielsweise die neue Beethovenhalle in Bonn in den Nordfriedhof, statt auf eine Schutthalde? Dann kämen die Leute automatisch.

 

www.grabkauf.de

www.deutschefriedhofsgesellschaft.de